Hurrikan „Harvey“ in Texas Trump-Tweet sorgt für Empörung

Von red/AFP 

Donald Trump will am Dienstag die vom Hurrikan „Harvey“ getroffenen Flutgebiete besuchen. Unterdessen sind die Nutzer über einen Tweet des Präsidenten empört.

Mit einer Buchempfehlung reagiert Donald Trump auf die Flut in Texas. Was der Hurrikan „Harvey“ dort angerichtet hat, zeigen wir in der Bilderstrecke.Foto:AFP Foto:   11 Bilder
Mit einer Buchempfehlung reagiert Donald Trump auf die Flut in Texas. Was der Hurrikan „Harvey“ dort angerichtet hat, zeigen wir in der Bilderstrecke. Foto:AFP

Houston - Mit einem Tweet am Sonntagmorgen (Ortszeit) sorgt US-Präsident Donald Trump für Empörung bei Twitter. Anstatt sich an die betroffenen Menschen in den Überschwemmungsgebieten in Texas zu wenden, machte er bei Twitter erst einmal Werbung für das Buch des umstrittenen Sheriffs David Clarke.

Clarke wird vorgeworfen, mitverantwortlich für den Tod eines afroamerkanischen Häftlings zu sein. Der Gefangene soll in seinen letzten Stunden um Wasser gefleht haben, von den Wärtern aber ignoriert worden sein.

Bei Twitter reagierten die Nutzer mit Antworten wie: „Was ist mit der Flut in Houston? Irgendwelche Empfehlungen?“ Ein anderer Nutzer schreibt: „Houston wird überflutet, aber sie werden dort bestimmt erfreut und dankbar sein über diese dämliche Buchempfehlung, da bin ich sicher.“

Menschen retten sich auf das Dach ihrer Häuser

Am Dienstag will Präsident Donald Trump die durch den Sturm „Harvey“ überfluteten Gebiete in Texas besuchen. Das hat das Weiße Haus am Sonntag angekündigt. Der Sturm hat besonders die texanische Millionenmetropole Houston ins Chaos gestürzt.

Das Nationale Hurrikanzentrum (NHC) der USA sprach am Sonntag von „beispiellosen Überschwemmungen“ in Texas. In Houston, der viertgrößten Stadt der USA, kam der Flugbetrieb an den beiden wichtigsten Flughäfen zum Erliegen, darunter auch das vielbeflogene Luftverkehrsdrehkreuz George Bush Intercontinental Airport. Zwei Krankenhäuser mussten evakuiert werden. Auch die wichtigsten Schnellstraßen waren von den Überschwemmungen betroffen. Am Sonntag wurde auch ein dritter Todesfall bestätigt: Ein Frau starb in Houston, als sie sich auf einer überfluteten Straße aus ihrem Auto retten wollte.

„Es ist verrückt“, sagte der Anwohner John Travis der Nachrichtenagentur AFP. „Die Straßen, auf denen du täglich fährst, sind vollständig unter Wasser.“ Innerhalb von 15 Stunden wurden in Houston 56 000 Notrufe registriert - sieben Mal mehr als üblich. Die städtische Katastrophenschutzbehörde forderte die Einwohner auf, sich aufs Dach zu retten, wenn das oberste Stockwerk ihres Hauses nicht mehr sicher sei. Die Stadt bot öffentliche Gebäude als Notunterkünfte für Menschen an, deren Häuser überflutet wurden.

Der Sender ABC zeigte Bilder eines Vaters und seines sechsjährigen Sohnes, die per Hubschrauber aus dem zweiten Stock ihres Hauses gerettet wurden. Beide trugen nur einen Rucksack bei sich. „Das ist alles was wir haben“, sagte der Vater. „Wir danken Gott. Wir danken Gott.“ Der texanische Gouverneur Greg Abbott sagte, auch nach der Herabstufung von „Harvey“ zu einem Tropensturm verschlimmere sich die Lage in den betroffenen Gebieten weiter. Die Zustände seien „schlecht und werden schlimmer“, sagte Abbott am Sonntag dem US-Nachrichtensender Fox News.

US-Hurrikan-Zentrum gibt keine Entwarnung

Der Nationale Wetterdienst der USA gab am Sonntag eine dramatische Warnung heraus: Die Auswirkungen des Sturms seien „beispiellos“ und überstiegen „alle Erwartungen“. Die Bürger müssten allen Anordnungen der Behörden Folge leisten. Binnen 24 Stunden waren in Houston zuvor 60 Zentimeter Regen gefallen, weitere 50 Zentimeter könnten laut Vorhersagen folgen. Das US-Hurrikan-Zentrum gab bislang keine Entwarnung. Im Gegenteil: Der Sturm könnte nochmals an Kraft dazugewinnen.