Hutteneiche Vaihingen Eine Jagd mit tödlichem Ausgang

Von Ralf Recklies 

Bei der Hutteneiche ist nun zu lesen, warum Herzog Ulrich seinen Stallmeister mit mehreren Stichen tötete.

Der Foto: Ralf Recklies
Der Foto: Ralf Recklies

Stuttgart-Vaihingen - Frank Otto Huber, der Vorsitzende des Bürgervereins Vaihingen – Rohr – Büsnau, ist zufrieden. Nachdem der Wegewart des Schwäbischen Albvereins Rainer Hertneck vorgeschlagen hatte, eine Hinweistafel zur Hutteneiche im Vaihinger Wald aufzustellen, ist diese nun unweit des bedeutenden Baumes zu finden. „Wir haben die Hinweistafel bewusst an den Wanderweg gesetzt und nicht an den etwas abseits gelegenen Baum“, sagt der für den Vaihinger Forst verantwortliche Revierförster Manfred Eisele. Gemeinsam mit seinem Kollegen Rudolf Bertram, der im Stuttgarter Wald für die Aufstellung von Hinweistafeln verantwortlich zeichnet, hat er – in Absprache mit dem Bürgerverein und dem Schwäbischen Albverein – den Standort ausgewählt. Er ist sich sicher: „Hier werden nun viele auf die Geschichte der Hutteneiche aufmerksam werden.“

Kritik, die Tafel stehe zu weit von der rund 150 Meter abseits stehenden Eiche entfernt, weisen die beiden Forstleute zurück. Einerseits würde direkt an der Hutteneiche nur wenige die Tafel sehen, „da der Wanderweg dort ja nicht vorbeiführt“. Andererseits sei es ein wenig attraktiver Standort zum Lesen des von Walter Metzger verfassten Textes. Der von der Autobahn dröhnende Lärm störe die Konzentration doch erheblich. Aber es gibt auch einen weiteren Grund, warum Eisele und Bertram sich für den Platz am Wanderweg entschieden haben. „Hier ist einfach mehr los – und die Gefahr, dass die Tafel mutwillig beschädigt wird, ist deutlich geringer.“

„Man kann einiges bewegen, wenn man zusammenarbeitet“

Mit rund 1200 Euro schlagen laut Rudolf Bertram die Anfertigung und Aufstellung der Tafel zu Buche – einen Teil dieser Kosten übernimmt der Bürgerverein, der Hertnecks Idee an die Forstbehörden weitergeleitet hatte.

„Die Kooperation mit allen Beteiligten war super“, lobte der Bürgervereinsvorsitzende Frank Otto Huber, der sich angesichts der eisigen Kälte bei der Vorstellung der neuen Tafel darauf beschränkte, allen Unterstützern zu danken. „Was auf der Tafel steht, könnt ihr alle selber lesen, also verzichte ich darauf“, scherzte Huber. Dass viele Hästräger der Rohrer Waldhexen zur Enthüllung Tafel gekommen waren, freute Huber ebenso wie die Tatsache, dass der Gastronom Tobias Faude die kleine Feier mit warmen Leckereien unterstützte. „Diese Aktion hier zeigt einmal mehr, dass man einiges bewegen kann, wenn man nur konsequent zusammenarbeitet“, sagte Huber. Bedauerlich fand er nur, dass Walter Metzger nicht bei der offiziellen Präsentation dabei sein konnte. Von ihm stammt das auf der Tafel zu lesende Gedicht „D’ Hutteneich“. „Aber das holen wir natürlich in Kürze nach“, versprach Huber.

Die Eiche hat ihren Namen von dem Stallmeister Hans von Hutten. Herzog Ulrichs von Württemberg hatte diesen am 7. Mai 1515 während einer Jagdgesellschaft erstochen. Zuvor hatte der Herzog, der unglücklich verheiratet war, um die Gunst der Gattin seines Stallmeisters gebuhlt. Am Rande der Jagd soll es zu einer hitzigen Aussprache zwischen beiden gekommen sein. Herzog Ulrich tötete seinen Stallmeister schließlich mit sieben Stichen.

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