Im neuen Korean Photo Booth Studio kann man in verschiedenen Kabinen posieren – eine davon sieht aus wie ein Aufzug. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Den Hype aus Korea gibt es auch im Kessel: In Stuttgart hat eine neues Korean Photo Booth Studio eröffnet. Wir haben vorbeigeschaut und verraten euch, was ihr erwarten könnt.
Zwei junge Frauen setzen sich bunte, flauschige Haarreife mit Katzenohren auf, bevor sie in einer der vier Kabinen im neu eröffneten Foto-Spot Photoda Stuttgart verschwinden. Als sie wieder herauskommen und sich über den Bildschirm eines der Druckgeräte beugen, sind sie begeistert: „Das ist so süß geworden, ich heule“, sagt eine von ihnen. Bei Photoda Stuttgart handelt es sich um kein gewöhnliches Fotostudio, sondern um ein Korean Photo Booth Studio. Hier kann man sich allein oder mit Freund:innen mit unterschiedlichen Accessoires in Schale schmeißen und dann in Kabinen mit verschiedenen Kulissen Fotos schießen – ganz wie in Seoul. Die Bilder gibt es hinterher als ausgedruckte Fotostreifen.
Inhaber Youngmin Kim ist selbst in Korea geboren und hat nun ein Stück Heimat nach Stuttgart gebracht. Im November 2025 übernahm er das 2d-Café, das in der Nähe des Stuttgarter Rathauses im Obergeschoss des Sneaker-Stores Concrete liegt und gestaltet ist, als wäre man in der zweidimensionalen Welt eines Schwarz-Weiß-Comics. Mitte März wurde es nun neu eröffnet. Schon zuvor hatte das Café einen Bereich, in dem man Fotos machen konnte. Diesen hat Youngmin Kim komplett umgestaltet und in ein typisches koreanisches Photo Booth Studio verwandelt.
„Viele haben zur Zeit nur Digitalfotos. Ich wollte, dass die Leute echte Bilder als Erinnerung in der Hand haben. Das ist mein Ziel“, erläutert der 43-Jährige. „In Korea gibt es diese Kultur schon fast seit 30 Jahren. Ich finde es toll, dass auch die Leute in Deutschland koreanische Photo Booths genießen können.“
Die Photo Booths liegen in Südkorea voll im Trend. In Seoul reihen sich die Fotostudios aneinander, sie sind bei vielen jungen Menschen sehr beliebt. Das Konzept: In den Studios gibt es Fotokabinen, in denen man ganz ohne Fotograf Schnappschüsse machen kann. Den Besuchern stehen dafür viele Accessoires zur Verfügung. Das Design der Ränder der ausgedruckten Fotostreifen kann nach Belieben angepasst werden. Mittlerweile ist dieser Hype auch in Deutschland angekommen.
„Es kommen viele Jugendliche zu uns und sagen, wie toll es ist, dass es das auch in Stuttgart gibt“, erzählt Maria Rova, Mitarbeiterin im 2d-Café und dem Fotostudio. Photoda ist nicht das erste Geschäft dieser Art in Stuttgart. Souris Atelier im Milaneo brachte 2025 den koreanischen Hype in den Kessel.
Bilder schießen im Aufzug oder vor dem Aquarium
Das Besondere an Youngmin Kims Geschäft sind die unterschiedlichen Kulissen, in denen man hier einen Schnappschuss machen kann. Es gibt vier verschiedene Kabinen: Einen weißen „Basic“-Raum, einen Raum mit Neonlichtern, eine Kabine, die aussieht wie ein Aufzug, und eine, in der man vor einem Aquarium mit echten Fischen posiert.
Vor dem Shooting kann man sich noch herausputzen. In Youngmin Kims Studio gibt es Utensilien zum Frisieren. Hinzu kommen die verschiedensten Accessoires für die Shootings: von bunten Brillen, über Plüschhaareifen mit Tierohren bis hin zu Hüten, die wie Geburtstagstorten aussehen.
Ist man bereit für die Fotosession, startet man diese an dem Gerät vor der jeweiligen Kabine. Dort wählt man einen Rahmen für die Fotos aus und wie viele Bilder man knipsen möchte. Dann geht es ab in die Kabine vor die selbstauslösende Kamera. Nach dem Shooting kann man seine Lieblingsbilder aussuchen, eine Farbe für den Rahmen wählen – und schon werden die Schnappschüsse gedruckt.
Fotos kann man auch auf Getränke drucken lassen
Eine Fotosession kostet 10 Euro. Dafür bekommt man zwei ausgedruckte Fotostreifen und kann die Bilder sowie ein Video von sich beim Shooting in der Kabine digital herunterladen.
Die Fotos gibt es ausgedruckt und digital. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Die beiden jungen Frauen, die sich über ihre ausgedruckten Bilder freuen, sind durch Social Media auf den neuen Foto-Spot aufmerksam geworden und nutzen ihre Mittagspause für ein paar gemeinsame Schnappschüsse. „Wir haben das gesehen und gedacht, das müssen wir machen“, sagt eine von ihnen. Das Fazit: „Es war sehr cool und hat richtig Spaß gemacht.“
Die geschossenen Fotos können die Besucher:innen nicht nur mit nach Hause nehmen oder auf Social Media posten, sondern sich auch auf eines der Getränke im 2d-Café drucken lassen. Dafür hat Youngmin Kim ein spezielles Gerät. In dem Café bereitet der 43-Jährige verschiedene koreanische Matcha-Variationen für seine Gäste zu.
Die Getränke gibt es bisher nur to go. Das soll sich aber bald ändern: Youngmin Kim will Tische aufstellen und sein Café zu einem Ort zum Verweilen machen. Der 43-Jährige hat große Träume für die Zukunft. Er will das Konzept weiterentwickeln und kann sich vorstellen, die Fotogeräte, die er selbst produziert, anderen Einrichtungen zur Verfügung zu stellen. Und auch weitere gastronomische Projekte sind für ihn denkbar. „Wenn es hier gut läuft, mache ich vielleicht irgendwann koreanische Corndogs oder eröffne ein koreanisches Restaurant, einfach, um die Kultur zu teilen.“