IAA in Frankfurt Porsche will Absatz bis 2018 verdoppeln

Porsche-Chef Matthias Müller denkt nicht vorrangig an die Verschmelzung mit VW. Foto: dpa 2 Bilder
Porsche-Chef Matthias Müller denkt nicht vorrangig an die Verschmelzung mit VW. Foto: dpa

Die Verschmelzung mit VW ist für Porsche-Chef Matthias Müller nicht vorrangig, trotz der aktuellen Diskussion. Er hat ein anderes Ziel.

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Frankfurt am Main - Für Matthias Müller ist die öffentliche Diskussion über die Verzögerung bei der Verschmelzung mit dem Volkswagen-Konzern eher zweitrangig. "Das ist in erster Linie eine juristische Angelegenheit, operativ ändert das für uns nichts", sagte der Porsche-Chef in einem Gespräch am Rande der IAA. Porsche habe im VW-Konzern bereits eine klare Rolle zugewiesen bekommen, habe Verantwortung übernommen und werde weiter alles tun, um das Unternehmen in der Erfolgsspur zu halten. Ziel der Zusammenarbeit sei es, bis zu 700 Millionen Euro pro Jahr an Synergien zu erzielen, 600 Millionen davon seien bereits eindeutig identifiziert.

Nachdem der Zeitplan für die bisher angestrebte Verschmelzung wegen steuerlicher und rechtlicher Risiken nicht eingehalten werden könne, gehe er davon aus, dass man nun nach neuen Optionen suche. "Ob dies dann der Plan B, oder ein neuer Plan C oder D werden wird, ist noch offen", sagte Müller. Als Plan B wäre denkbar, dass VW vorerst nur das rein operative Geschäft, die Porsche AG, übernimmt.

Geschäfte auf Hochtouren

Wichtiger aber als die juristische Lösung dieses Problems ist für Müller und seinen Vertriebsvorstand Bernhard Maier, dass die Geschäfte des Sportwagenbauers weiter auf Hochtouren laufen. "Wir haben den höchsten Auftragsbestand in der Geschichte", betonte Maier. Selbst wenn sich angesichts der Verwerfungen auf den Finanzmärkten in der einen oder anderen Region die Nachfrage abschwächen sollte, ist der Vorstand zuversichtlich, dass Porsche auch 2012 das hohe Tempo beibehalten kann.

Für das laufende Jahr strebt der Sportwagenbauer einen Rekordabsatz von mehr als 100000 Fahrzeugen an. Bis zum Jahr 2018 will Müller diesen Absatz verdoppeln, unter anderem auch durch die Entwicklung neuer Baureihen. "Mir wäre es schon recht, wenn wir in jedem Jahr ein neues großes Produkt vorstellen könnten", sagte der Porsche-Chef. Dazu müsste die Palette von derzeit vier auf sechs bis sieben Modellreihen ausgebaut werden. Man werde dies allerdings mit Bedacht tun und Schritt für Schritt entscheiden, sagte Müller. Bei allem werde man daran festhalten, eine Umsatzrendite von 15 Prozent und eine Rendite des Eigenkapitals von 21 Prozent beizubehalten. Die Neuauflage der Sportwagen-Ikone 911 Carrera auf der IAA werde der Marke Porsche neue Wachstumsimpulse verleihen. Im kommenden Jahr will Porsche neue Modelle der Baureihe Boxster/Cayman vorstellen, 2013 komme dann voraussichtlich ein kleiner Geländewagen auf den Markt. Über die Entwicklung einer weiteren, fünften Modellreihe will Müller im Vorstand noch 2011 eine Entscheidung fällen.

Daneben sei es aber auch wichtig, das Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen zu modernisieren, hier hätten seine Vorgänger etwas "vergessen", sagte Müller. Unter anderem soll der Vertrieb mit rund 800 Mitarbeitern von Ludwigsburg nach Zuffenhausen umziehen.

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