Ida Raming aus dem Asemwald Der Widerstand wohnt im Asemwald

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Sie ist 84 Jahre alt – und kämpft für ihre Sache. Ida Raming aus dem Asemwald ist eine illegal geweihte Priesterin, in einem Film erzählt sie von ihrem Lebensweg, gezeigt wird er am 17. November im Asemwald.

Ida Raming hat ihre Aufgabe im Leben gefunden. Foto: Judith A. Sägesser
Ida Raming hat ihre Aufgabe im Leben gefunden. Foto: Judith A. Sägesser

Asemwald - Es sind 70 Minuten Ida Raming pur. Fast nur sie spricht in dem Film von Gerhard Stahl. Sie sitzt in ihrer Stube im Asemwald und erzählt von ihrem Leben. Erzählt, erzählt, erzählt. Es fällt nicht schwer, Ida Raming zuzuhören. Das liegt natürlich am Inhalt, daran, dass diese Frau etwas Unerhörtes getan hat. Aber es liegt auch an der aufgeweckten Art, mit der sie redet. Ida Raming ist 84 Jahre, doch ihre Augen funkeln wie die einer 20-Jährigen, wenn sie von ihrer Sache berichtet.

Ihre Sache ist das Frauenpriestertum. Ganz zu Beginn des Films „Ida Raming – Zur Priesterin berufen“ sagt die Hauptdarstellerin, dass sie der internationalen Bewegung Roman Catholic Womenpriests angehört; sie ist die Pressesprecherin für Deutschland. Dass sie schon in jungen Jahren gespürt hat: „Dein Leben ist: dich ganz für etwas einzusetzen.“ In ihrem Fall: der freie Zugang für Frauen zu kirchlichen Ämtern. Doch Ida Raming hat sich nicht mit Protestnoten begnügt, damit, das Thema in ihrer Doktorarbeit aufzurollen. Und es hat ihr auch nicht gereicht, 1963 mit ihrer inzwischen verstorbenen Freundin Iris Müller eine Eingabe ans Zweite Vatikanische Konzil zu formulieren.

Der Schritt war befreiend

2002 hat sie zusammen mit sechs anderen Frauen gehandelt. Auf einem Donauschiff sind die sieben Frauen zu Priesterinnen geweiht worden – freilich ohne die Zustimmung der Katholischen Kirche. Sie haben Fakten geschaffen, wie Ida Raming im Film erzählt. Und das sei für sie „befreiend“ gewesen. Auch wenn sie offiziell kein Mitglied der Katholischen Kirche mehr ist. „Ich bin bestraft, ja, die könnten mich höchstens noch verbrennen, aber das ist heute nicht mehr zulässig.“ In ihrer Stimme schwingt ein Lachen mit. 2005 kam Ida Raming in den Asemwald, dort ist sie heute nicht mehr die einzige illegal geweihte Priesterin. Ihre Mitstreiterin Patricia Fresen lebt ebenfalls dort. Ida Raming hatte im Asemwald eine Bekannte: Christel Hildebrand, eine evangelische Pfarrerin, die die Frauenfrage genauso sah und sich in ihrer Kirche fürs selbe Thema engagierte.

In der Gemeinde Sankt Antonius Hohenheim sei sie freundlich empfangen worden, sagt Ida Raming. Was nicht heißt, dass alles reibungslos ging. Einmal, als sie im ökumenischen Gemeindezentrum einen Vortrag halten wollte, löste dies im Kirchengemeinderat Diskussionen aus. Zwei waren dagegen, acht dafür. Trotz ihres Alters wird Ida Raming nicht still. Sie sitzt viel am Computer, sagt sie, schreibt E-Mails, scannt das Internet nach für die Bewegung wichtigen Nachrichten. Sie wollen schnell reagieren. In den Pausen ist Ida Raming auf den Spazierwegen am Asemwald mit ihren Nordic-Walking-Stöcken unterwegs oder sitzt am Klavier im Birkacher Gemeindehaus. Ida Raming ist von nichts so überzeugt wie davon, dass sie und die anderen Frauen recht haben. Sie seien schon mehr als 200 Frauen weltweit. „Die Wahrheit wird siegen, nicht die Lüge. Das ist auch ein gutes Schlusswort.“

Der Film wird übrigens vom Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ) für den Schulunterricht empfohlen.

Film-Vorführung:

Der Film wird am Donnerstag, 17. November, 19.30 Uhr, im Gemeindezentrum Asemwald, Im Asemwald 40, gezeigt. Gerhard Stahl wird da sein. Die DVD ist für 15 Euro (zzgl. Versandkosten) erhältlich bei Gerhard Stahl, Geislinger Straße 8, 73033 Göppingen, Telefon 0 71 61/6 58 68 85, gerhardstahl@web.de.




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