Ihinger Hof Bei den Vorträgen gehen sogar die Plätze aus

Von Kathrin Klette 

Mehr als 1500 Besucher: Die Ausstellung zum Ihinger Hof wird ein voller Erfolg.

Auch Eberhard Fritz, der Archivar des Herzogs von Württemberg, war zu Gast und hielt einen Vortrag. Foto: factum
Auch Eberhard Fritz, der Archivar des Herzogs von Württemberg, war zu Gast und hielt einen Vortrag. Foto: factum

Renningen - Dass der Ihinger Hof auf die Menschen in Renningen eine besondere Faszination ausübt, war dem Renninger Stadtarchivar Mathias Graner schon lange klar. Dass die Faszination so groß ist – und das sogar weit über die Grenzen Renningens hinaus –, hat aber selbst ihn überrascht. Mehr als 1500 Besucher, genau: 1576, kamen zur Ausstellung „Der Ihinger Hof im Wandel der Zeit“, die für zweieinhalb Monate in einem Seminarraum auf dem Ihinger Hof zu sehen war. Besonders die Vorträge stießen auf große Resonanz. „Bei zweien war es sogar so voll, dass die Besucher wieder umkehren mussten, weil es keine Plätze mehr gab“, berichtet Graner.

„Ich war ganz begeistert, ich hätte nicht gedacht, dass die Resonanz so groß wird“, erzählt Mathias Graner, der die Ausstellung initiiert und organisiert hat. „Ich hatte von Anfang an gesagt: Ich will damit nicht ins Archiv oder in einen Veranstaltungsraum irgendwo in der Stadt, sondern direkt an den Ort des Geschehens. Da bestand natürlich die Gefahr, dass die Leute nicht kommen, weil sie so weit rausfahren müssen.“ Diese Befürchtungen haben sich aber nicht bestätigt. Die Rückmeldungen der Besucher waren laut Graner durchweg positiv. „Das einzige, das bemängelt wurde, war, dass es keine Publikation zu der Ausstellung gab, aber das war zeitlich leider einfach nicht machbar.“

Zu sehen waren am Ihinger Hof – einst eine Siedlung, deren Ursprünge 1000 Jahre zurückreichen, mittlerweile eine Versuchsstation der Uni Hohenheim – einige Infostelen über die Geschichte des Hofs, viele Fotos aus der jüngeren Vergangenheit und mehrere Originalstücke, die zum Teil viele 100 Jahre alt sind. Darunter ein Kirchenbuch aus dem Jahr 1755 und ein Gemälde von Moritz Siegfried von Leininger aus dem 18. Jahrhundert. Ergänzt wurde die Ausstellung durch mehrere Fachvorträge.

Eine Fortsetzung ist erst mal nicht geplant

„Das Publikum war natürlich eher etwas älter“, berichtet Graner. Darunter waren einige, die vor 1964, als der Ihinger Hof noch ein landwirtschaftlicher Betrieb war, hier gearbeitet hatten. Die meisten Besucher kamen zu den regulären Öffnungszeiten am Wochenende, etwa 1200, doch auch das Angebot, unter der Woche einen Blick auf die Ausstellung zu werfen oder eine extra Führung zu buchen, wurde angenommen. Zwölf Sonderführungen waren es insgesamt. „Eine Gruppe kam sogar vom Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg hierher“, so Graner.

Die umfangreichen Öffnungszeiten – unter der Woche einerseits und an mehr als zehn Wochenenden andererseits – seien nur dank der starken ehrenamtlichen Unterstützung möglich gewesen, sagt Graner. Eine Verlängerung der Ausstellung hätte sich sicher gelohnt. Doch das wäre gar nicht möglich gewesen. „Die Uni Hohenheim brauchte ihren Seminarraum wieder“, erklärt Graner. Zudem wartete auf den Archivar auch seine tägliche Arbeit im Archiv, „da ist in der Zeit natürlich einiges liegengeblieben“.

So erfolgreich das Projekt auch war, eine Fortsetzung oder eine ähnliche Aktion ist erst mal nicht geplant. Trotz der Unterstützung der Ehrenamtlichen und der Mitarbeiter des Ihinger Hofs war der Aufwand für den Stadtarchivar, der das Renninger Archiv alleine betreut, immens. Viele Ausstellungsstücke, die nur Leihgaben waren, sind auch längst wieder zurück in Stuttgart. Andere dagegen, wie das Gemälde von Moritz Siegfried von Leininger und die Infotafeln, verbleiben im Stadtarchiv. „Vielleicht kommen die ja an anderer Stelle noch einmal zum Einsatz.“

Stadtgeschichte
Wer sich für die Renninger Stadtgeschichte interessiert, kann das Stadtarchiv, zu finden in der Realschule (Rankbachstraße 40), selbst besuchen und in den vielfältigen Unterlagen stöbern. Das Archiv ist öffentlich zugänglich. Kontakt: Telefon 0 71 59 / 92 47 87. Auch das Archäologische Museum (ebenfalls Rankbachstraße 40) und das Heimatmuseum (Merklinger Straße 10) haben regelmäßig geöffnet.

Öffnungszeiten
Das Archäologische Museum hat meist einmal im Monat geöffnet, das nächste Mal jedoch erst wieder am Sonntag, 16. Juni, von 14 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei. Sonderöffnungen für Gruppen sind auf Anfrage auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich. Das Heimatmuseum steht bis Oktober für gewöhnlich jeden zweiten und vierten Sonntag im Monat offen, immer von 14 bis 17 Uhr. Die nächsten Termine sind Sonntag, 19. Mai (Internationaler Museumstag) und danach der 26. Mai und der 9. Juni.