Im Schwarzwald auf der Flucht „Das ist kein großer Dschungel“

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Seit fünf Tagen sucht die Polizei im Schwarzwald nach einem untergetauchten Mann. Der Nationalpark-Ranger Patrick Stader (34) weiß, dass es mit dem Verstecken im Wald gar nicht so einfach ist.

Im Schwarzwald sind überall Wanderwege, sagt der Nationalpark-Ranger Patrick Stader. Foto: Johannes Dahlmann
Im Schwarzwald sind überall Wanderwege, sagt der Nationalpark-Ranger Patrick Stader. Foto: Johannes Dahlmann

Oppenau - Als Ranger im Nationalpark kennt sich Patrick Stader (34) im Schwarzwald aus. Dem Mann, der bei Oppenau seit fünf Tagen vor der Polizei durch den Wald flüchtet, gibt er keine große Chance.

Herr Stader, kann man sich im Schwarzwald denn gut verstecken?

Das kommt darauf an, wo man sich bewegt. Wir haben im Schwarzwald dichte, aber auch lichte Flächen, wir haben Wälder, die sehr durchschaubar sind, weil da viele Fichten stehen und es wenig Unterwuchs gibt. Wir haben Lotharflächen, wo sehr junge Bäume stehen. Wir haben Grindenflächen, also offene Bereiche, die auch beweidet werden, und wir haben Täler, die recht eng sind. Und überall gibt es öffentliche Wege. Das ist kein großer zusammenhängender undurchdringbarer Dschungel. In alten Bannwäldern, die schon lange aus der Nutzung genommen wurden, sieht es vielleicht ein bisschen wilder aus. Aber auch dort sind immer wieder Wanderwege.

Wovon kann sich ein Flüchtender im Wald ernähren?

In unserem Wald kommen alle Wildarten vor. Wir haben Rehwild, Rotwild und Schwarzwild. Wir haben Heidelbeeren, wobei sie in diesem Jahr etwas vertrocknet sind. Man könnte vielleicht auch angeln.

Genug zu trinken zu haben, ist natürlich noch wichtiger. Wie steht es damit?

Im Schwarzwald gibt es schon an den Wanderwegen häufig Quellen und Brunnen. Das ist wunderbares Wasser.

Ranger sind viel im Wald unterwegs. Wie lange würden Sie durchhalten?

Naja, ich kenne ja die Regeln und deshalb würde ich nicht jagen, weil ich keinen Jagdschein habe. Und im Nationalpark ist ja auch das Pflücken verboten. Deshalb würde ich mich gar nicht erst in die Situation begeben, dass ich im Wald überleben muss.

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