Im Stuggi.TV-Wahlstudio Bei Noppers fließt der Rosé, aber in Maßen
Der neue Stuttgarter OB feiert mit Frau und Söhnen – und einem „guten Tröpfchen“. Auch Marian Schreier und Hannes Rockenbauch haben sich einiges vorgenommen.
Der neue Stuttgarter OB feiert mit Frau und Söhnen – und einem „guten Tröpfchen“. Auch Marian Schreier und Hannes Rockenbauch haben sich einiges vorgenommen.
Stuttgart - Am Freitagabend auf der letzten Podiumsdiskussion vor der OB-Wahl an diesem Sonntag antwortete Frank Nopper bei Stuggi.TV auf die Frage, welches Tier er gerne wäre: „Unsere Hauskatze, weil die mehr gepflegt und verehrt wird als ich selbst“. Zwei Tage später steht der CDU-Politiker kurz vor 20 Uhr erneut bei Moderator David Rau im Wahlstudio in den Design Offices Eberhardhöfe, und zwar in einer neuen Rolle – nicht als Katze, sondern als neuer Stuttgarter OB.
Für ihn gehe ein Jugendtraum in Erfüllung, sagt der 59-Jährige OB von Backnang, der aus Stuttgart stammt. Da es coronabedingt keine große Wahlveranstaltung mit Hunderten Gästen im Rathaus gibt, werde er am Abend mit seiner Frau und den beiden Söhnen eine „gute Flasche Rosé köpfen, natürlich von einem Stuttgarter Weingut“. Die Siegesparty werde im Frühjahr nachgeholt, verspricht Nopper, der aber auch am Abend nicht allzu lange feiern will. „Ich habe um 7.18 Uhr am Montag das erste Interview“, sagt er.
Ein gefragter Mann könnte auch Marian Schreier werden, der als Zweiter zwar der erste Verlierer ist, aber mehr als einen Achtungserfolg erzielt. Kurz nach 19 Uhr kommt er ins Studio. „Ich freue mich riesig über das Ergebnis“, sagt er. Ob er ohne die Kandidatur Rockenbauchs Nopper hätte schlagen können, fragt Rau. Das könne er nicht bewerten, meint Schreier:„Ich will nicht nachkarten.“ Sein Erfolg zeige aber, dass man „Politik auch jenseits der etablierten Strukturen“ machen könne. Für ihn gehe es nun zurück nach Tengen. Er bleibe dort gerne Bürgermeister, eine Landtagskandidatur schloss er aus.
Eher politische Katerstimmung herrscht bei Hannes Rockenbauch – weniger über sein Ergebnis, das für ihn „ein starkes Zeichen für ökosoziale Politik“ ist, als darüber, dass sein Ziel einer klimapositiven Stadt von einer Mehrheit wohl als zu radikal eingeschätzt werde. Dafür werde er nun als „Oppositionsführer im Gemeinderat mit Herz kämpfen, Druck auf die CDU machen und Nopper sagen, wo’s langgeht“. Auch ein OB habe „nur eine von 61 Stimmen im Gemeinderat“, sagt Rockenbauch noch – und das klingt nicht nur wie eine Kampfansage an das neuen Stadtoberhaupt.
Man kann sich also gut vorstellen, dass es Noppers Katze auch künftig komfortabler hat als der Hausherr.