Im VfB-Fanzug zum DFB-Pokalfinale Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin

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Rund 1600 VfB-Fans sind am frühen Samstagmorgen mit zwei Sonderzügen vom Stuttgarter Hauptbahnhof aus nach Berlin gefahren, um beim Pokalfinale dabei zu sein. Die Fahrt war lang - aber sehr kurzweilig. Die StZ war dabei.

VfB-Fans im Zug zum Pokalefinale in Berlin Foto: Ulrike Ebner 25 Bilder
VfB-Fans im Zug zum Pokalefinale in Berlin Foto: Ulrike Ebner

Stuttgart - Der VfB Stuttgart spielt am Samstagabend gegen Bayern München um den DFB-Pokal. Tausende Fans der Stuttgarter haben deshalb keine Mühen gescheut, um ihren Verein im Berliner Olympiastadion anfeuern zu können. Rund 1600 VfB-Anhänger sind am frühen Samstagmorgen mit zwei Sonderzügen der SVG vom Stuttgarter Hauptbahnhof aus nach Berlin gefahren. Die StZ war mit dabei.

Weiß-rot sind am frühen Samstagmorgen die dominierenden Farben am Stuttgarter Hauptbahnhof. Und ausnahmsweise nicht wegen der vielen Baustellen-Barken, die überall wegen der Verlegung des Querbahnsteigs herumstehen, sondern wegen der zahlreichen VfB-Anhänger, die auf die zwei Sonderzüge der privaten Schienenverkehrsgesellschaft SVG warten. Beim Einsteigen in die alten DB-Waggons kommt Nostalgie auf: rostrote Sitzbezüge aus Kunstleder, schwergängige Türen und alte Schiebefenster – der Zug ist deutlich älter als der letzte VfB-Pokalsieg.

Um 6.30 Uhr, etwas später als geplant, geht die neun Stunden lange Reise schließlich los. Während die einen schon um diese Uhrzeit ihr erstes Bier trinken, versuchen die anderen noch ein bisschen Schlaf zu finden. Die Mischung im Zug ist überhaupt erstaunlich: Große Fangruppen in Trikots, mit Schals und Mützen, Familien mit Kindern, Väter mit ihren Söhnen, Alleinreisende, Jugendliche, Senioren. Party hier, Lesen oder Fußballgespräche dort. Und alle eint das gemeinsame Ziel: Berlin.

Und selbst wenn der VfB verlieren sollte – für viele im Zug ist das zweitrangig. „Ich erwarte vor allem gute Stimmung“, sagt Felix Scholz aus Stuttgart. Mona aus Bietigheim war schon 2007 beim Pokalfinale dabei. Damals verloren die Stuttgarter – gerade Deutscher Meister geworden – gegen Nürnberg. „Ich fand das damals gar nicht so schlimm, ein lustiger Tag war es trotzdem“, sagt sie. Für viele steht am Samstag das Gemeinschaftserlebnis im Vordergrund.

Und versöhnt sind die meisten Fans nach der mittelmäßigen Saison mit ihrem Verein ohnehin bereits seit dem DFB-Pokalhalbfinalsieg gegen Freiburg. „Immerhin haben sie sich für die Europa League qualifiziert“, sagt Steve Fraulob aus Remshalden.

Dennoch schwingt überall im Zug die Hoffnung auf ein Fußballwunder mit. Der VfB hat eigentlich kaum eine Chance gegen den Deutschen Meister und Champions-League-Sieger Bayern München, das ist den meisten Fans bewusst. Die Tipps gehen von einer 1:4-Klatsche bis zu einem 5:2-Sieg für den VfB – als Revanche für die letzte Finalniederlage gegen die Bayern 1986. „Realistisch gesehen sind wir aber immer für Überraschungen gut“, sagt Holger Lempp aus Remshalden.

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