Im Waldhotel in Degerloch Fans empfangen Schweizer Fußballer in Stuttgart

Der Schweizer Nationaltrainer Murat Yakin hat mit seiner Mannschaft das EM-Quartier in Degerloch bezogen Foto: Steffen /h

Unter dem Applaus von rund 50 Fans hat die Schweizer Fußball-Nationalmannschaft am Montagnachmittag ihr EM-Quartier im Waldhotel in Stuttgart bezogen.

Bei strahlendem Sonnenschein rollten Kapitän Granit Xhaka vom Deutschen Meister Bayer Leverkusen, Torhüter Yann Sommer (Inter Mailand) und Kollegen am Montagnachmittag durch ein Spalier der klatschenden Hotelmitarbeitern ihre Koffer ins Stuttgarter Waldhotel. Hier schlagen die Eidgenossen während der Fußball-Europameisterschaft ihr Hauptquartier auf. Vom Treffpunkt am Züricher Flughafen erreichten die beiden Mannschaftsbusse des Schweizer Fußball-Verbandes (SFV) um 14.30 Uhr die schwäbische Landeshauptstadt. Allen voran Routinier Xherdan Shaqiri, der einst für Bayern München, Inter Mailand und den FC Liverpool auf Torejagd ging und mittlerweile bei Chicago Fire in den USA spielt, erfüllte geduldig jeden Autogrammwunsch der wartenden Fans.

 

„Vorübergehend geschlossen“, erscheint im Internet, wenn man nach dem 4-Sterne-Superior-Privathotel mit seinen 96 Zimmern, zwei Suiten und sechs Tagungsräumen am Waldrand von Degerloch sucht. Der Fußball-Verband aus dem Nachbarland hat das komplette Hotel gemietet. Zum Training im Waldaustadion am Fuße des Fernsehturms können die Kicker zu Fuß gehen. 2020 hatte sich das DFB-Team im Waldhotel Degerloch auf ein Nations-League-Spiel vorbereitet. Zunächst standen auch Mainz, Wuppertal und Klosterpforte in der Nähe von Bielefeld in der engeren Auswahl der Schweizer als Standort während der EM. Letztlich gaben die SFV-Verantwortlichen nach Abwägung aller Parameter den Zuschlag aber Stuttgart, das nur rund 150 Kilometer von der Schweizer Grenze entfernt liegt.

Heimspiel für VfB-Spieler Leonidas Stergiou

Für Leonidas Stergiou vom VfB Stuttgart wird der Aufenthalt in der Landeshauptstadt zum Heimspiel. Auch Trainer Murat Yakin und Torhüter Gregor Kobel haben schon das Trikot mit dem Brustring getragen und kennen sich in Stuttgart bestens aus.

Doch allzu viel Zeit für einen Stadtbummel werden die Schweizer Kicker zumindest in der Anfangszeit nicht haben. „Wenn wir die Gruppenphase überstehen, werden wir sicher einen Moment durchatmen“, verrät Nationaltrainer Murat Yakin. „Es ist ein Teamevent geplant, aber für die Spieler ist das noch geheim.“ Sollte die Schweiz sich nach den Partien gegen Ungarn, Schottland und Deutschland für das Achtelfinale qualifizieren, ist auch ein Familientag für die Spieler und ihre Angehörigen in Degerloch geplant.

Hotel ist bis zum Endspiel reserviert

Immerhin gehen die Schweizer mit Optimismus ins Turnier. „Das Waldhotel ist bis zum 13. Juli reserviert“, sagt der Pressesprecher des SFV, Sergio Affuso – das Endspiel steigt am 14. Juli in Berlin. Zu ihren Vorrundenspielen in Frankfurt und Köln reisen die Schweizer, wie es sich für die Fußballer aus dem Land der Eisenbahn-Fans gehört, am Tag vor dem Spiel jeweils mit der Bahn an.

Rund 40 Journalisten verfolgen das Treiben der Schweizer bei der Fußball-EM in Deutschland, dazu kommen noch einmal 80 Mitarbeiter des Schweizer Radio und Fernsehens.

4700 Fans beim öffentlichen Training der Schweiz

Zum öffentlichen Training am Montagabend im Waldaustadion wurden 4700 Fans erwartet – alle Tickets waren binnen weniger Stunden vergriffen. Trainer Yakin freute sich schon vor der Ankunft in Stuttgart auf das Training vor großem Publikum: „Das sind solche Momente, die man als Fußballer erleben will. Wir sind hellauf begeistert, wenn jetzt schon so viel los ist und so großes Interesse. Ich denke da können wir und die Fans in den nächsten Wochen ein großes Fest erwarten.“

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