Imagefilm der Feuerwehr Murrhardt Nachwuchswerbung per Youtube-Video

Eine Szene aus dem neuen Imagefilm der Murrhardter Wehr. Foto: Screenshot (FFW Murrhardt)
Eine Szene aus dem neuen Imagefilm der Murrhardter Wehr. Foto: Screenshot (FFW Murrhardt)

Dramatische Musik, Drohnenaufnahmen und ein qualmendes Auto: Die Feuerwehr Murrhardt hat ihr erstes Imagevideo gedreht und sich mächtig ins Zeug gelegt.

Rems-Murr: Phillip Weingand (wei)
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Murrhardt - Wenn der der Funkmeldeempfänger piepst, hält die Murrhardter Feuerwehrleute nichts mehr. Egal ob sie gerade beim Einkaufen sind, bei der Arbeit oder beim Treckerfahren: Sie rasen zur Wache, werfen sich die Schutzausrüstung an und düsen mit Blaulicht und Martinshorn los. Irgendwo brennt ein Auto und jemand braucht ihre Hilfe.

Diese Szenen entstammen dem neuen Imagefilm der Freiwilligen Feuerwehr Murrhardt. „Die Idee zu einem solchen Video gab es schon länger, aber an der Umsetzung hat’s gehapert“, meint der Vizekommandant Stefan Krehan. Ein paar junge Feuerwehrleute, allen voran der 19-jährige Niklas Eilers, hätten sich des Streifens angenommen. Gedreht wurde an einem Freitag und einem Samstagnachmittag.

Im Netz erntet der Imagefilm der Feuerwehr Murrhardt viel Lob

Seit Samstagnachmittag, als das Filmchen auf Facebook hochgeladen wurde, haben es sich weit mehr als 25 000 Menschen angesehen. Die Nutzer haben viel Lob für das Video übrig: „Sehr gute Arbeit“, schreibt einer. „Ich hoffe, er wird so manchen Bürger daran erinnern, dass auch sein Haus, seine Familie in Gefahr ist“, ein anderer. Und Christian Schweizer, der Leiter des Murrhardter Carl-Schweizer-Museums, erinnert auf Facebook: „Denkt daran 1765, war es so: Keiner oder nicht genug Menschen waren zum Löschen da, das Städtle ist niedergebrannt.“ Mit so viel Zuspruch, meint der Hobby-Videofilmer und Mit-Regisseur des Videos, Niklas Eilers, habe er gar nicht gerechnet.

Im Imagefilm kleckert die Wehr nicht, sondern klotzt. Mit hochdramatischer Musik, Drohnenaufnahmen, Kamerafahrten und ungewöhnlichen Perspektiven zeigt das Video die Kleinstadt-Feuerwehr auf Einsatzfahrt durch Murrhardt. Feuerwehrarbeit ist Teamarbeit – auch das soll der Vier-Minuten-Clip vermitteln. Nur gemeinsam können die Wehrleute schließlich das brennende Auto löschen.

Damit es überhaupt ein Team gibt, das zum Retten ausrückt, braucht eine Feuerwehr natürlich Mitglieder. Was passieren würde, wenn die ausblieben, zeigt die Pointe des Videos: Ein Feuerwehrmann schmeißt sich eilig seine komplette Montur um, inklusive Atemschutzausrüstung – und sitzt allein auf der Bank des Mannschaftswagens, der sich ohne Fahrer nicht von der Stelle rühren kann. „Lass ihn nicht warten, werde auch du ein Teil der Mannschaft“ ist die zentrale Message des Videos.

Die Idee an sich ist nicht neu – schon andere Feuerwehren haben auf ähnliche Weise auf ihre Arbeit aufmerksam gemacht. „Im Umkreis sind wir aber bislang die Einzigen“, meint Krehan stolz. Der Vizekommandant, heute 36, ist mit sechs Jahren zur Feuerwehr gekommen. „Ich mag es, anderen Leuten zu helfen. Und schon mein Vater war dabei, das war damals eben so“, meint er. Heute sei das anders: „Jugendliche probieren mehrere Vereine aus und bleiben dann eben dort, wo es ihnen am besten gefällt.“ Die Feuerwehr konkurriere mit vielen anderen Angeboten.

Auch andere Wehren gehen ungewöhnliche Wege zur Nachwuchswerbung

Beim Nachwuchs sei die Murrhardter Feuerwehr noch recht gut aufgestellt. Wie viele andere Wehren im Land mangelt es aber bei der sogenannten Tagesverfügbarkeit: „Mir fehlt tagsüber das Personal. Murrhardt liegt ganz im Zipfel des Rems-Murr-Kreises, wir haben von der Industrie nicht allzu viel abbekommen. Deswegen arbeiten viele zu weit weg, als dass sie zum Einsatz kommen könnten.“ Dabei sei es kein Problem, noch mit 40 als Quereinsteiger die Feuerwehr zu verstärken.

Auch andere Feuerwehren gehen ungewöhnliche Wege, um potenzielle Helfer zu erreichen. Die Feuerwehr Weinstadt zum Beispiel hatte im Dezember 2016 einen Adventskalender gestartet, für den Plakate mit Feuerwehrangehörigen und Slogans wie „Frank hilft mit. Und Du?“ in der ganzen Stadt verteilt aufgehängt wurden. Unterstützung bekamen die Wehren unter anderem von der Supermarktkette Edeka, die „Feuerwehrwürste“ ins Sortiment aufnahm. Ein Teil des Erlöses soll an die Jugendfeuerwehren gehen.




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