Imker zeigt seine Arbeit Schönbuch-Bienen fliegen auf Wildblumen

Von Carolin Klinger 

Der Imker Robert Löffler kümmert sich bereits in dritter Generation um rund 100 Bienenvölker. Ihm geht es auch darum, über bestäubende Insekten, ihren Nutzen und ihre Förderung zu informieren.

Der Imkereimeister Robert Löffler zeigt an einem seiner Bienenstände in Weil im Schönbuch einen Bienenstamm. Foto: factum/
Der Imkereimeister Robert Löffler zeigt an einem seiner Bienenstände in Weil im Schönbuch einen Bienenstamm. Foto: factum/

Weil im Schönbuch - Wenn Robert Löffler ein Rähmchen aus einer seiner Bienenwohnungen zieht, um ein Bienenvolk zu präsentieren, geht er sehr vorsichtig vor. Denn innerhalb von Sekunden ist er von einer Wolke summender Bienen umgeben. „Es ist nicht so, dass man als Imker unempfindlich wird gegen Bienenstiche. Das tut weh wie beim ersten Mal“, sagt er und räumt erst mal mit Klischees auf. Mit seinen rund 100 Bienenvölkern produziert der Imkereimeister auf dem Flugfeld zwischen Böblingen und Sindelfingen und in Weil im Schönbuch Honig. Pro Bienenvolk erntet er durchschnittlich 20 bis 25 Kilo im Jahr.

Normalerweise lässt Löffler seine Bienen in Ruhe, und sie lassen ihn in Frieden. „Sie wollen ja nichts vom Menschen, sie verteidigen nur ihr Revier“, erklärt er. Doch wenn eine Biene zugestochen habe, markiere sie die Stelle mit einem nach Bananen riechenden Alarmduftstoff – und damit wäre Löffler als Feind für die anderen Bienen gekennzeichnet.

Imkerei für Besucher transparent machen

In einem Schaubienenstand kann er die Bienen jedoch gefahrlos hinter einer Glasscheibe zeigen. Das emsige Treiben des Volkes ist dort zu sehen, das die Brut versorgt. „Die frisch geschlüpften Bienen sind noch ganz flauschig“, erklärt er. Ihm sei es ein Anliegen, seine Arbeit für Besucher transparent zu machen, ihnen Achtung für die Bienen und den Kreislauf der Natur nahe zu bringen. Deswegen bietet er Führungen an, hält Vorträge und hat auch schon ein Buch geschrieben.

Auch bei der Aktion „Gläserne Produktion“ macht er mit. „Für die Bienen sind beispielsweise Wiesen wichtig, die nicht ständig gemäht werden“, sagt er, einer von Löfflers Tipps, mit denen jeder einen Beitrag für die Insekten leisten kann. Auch um seinen Stand in Weil im Schönbuch hat der Imker eine Wiese mit Wildblumen stehen gelassen. „Hier im Schönbuch finden die Bienen noch genügend Wiesenblumen – aber auch Linden, Apfel- und Birnenbäume, Brombeer- und Himbeersträucher“, sagt Löffler.

Heimische Biene gibt es kaum mehr

Er setzt auf die italienische Biene. Die heimische dunkle Biene züchten in Deutschland nur noch Liebhaber. Ihr Ertrag war laut dem Imker einfach zu gering. Haben seine Bienen genügend Honig produziert, muss sie der Imker stören. Dann nimmt er ihnen einige der Honigwaben weg, bringt sie in sein Haus in Weil im Schönbuch und schleudert dort den Honig aus den Waben. Neben dem Wald- und Wiesenhonig verkauft er auch Wabenhonig, Blütenpollen sowie selbst gemachten Honigessig und Honigwein.

Wenn die Bienen mit einer neuen Königin ausschwärmen wollen, um ein neues Volk zu gründen, muss Löffler ebenfalls zur Stelle sein – und sie in einer neuen Bienenwohnung einfangen. Der kalte Mai in diesem Jahr hat dafür gesorgt, dass die Bienen unzufrieden waren und türmen wollten. „Man merkt es, wenn sie sich auf den Abflug vorbereiten, dann werden sie faul, und aus dem Summen wird ein Gemurmel“, erklärt der Imker. Bei schlechtem Wetter teilen sich die Bienenvölker, um ihre Überlebenschancen zu vergrößern. „Dieses Jahr musste ich zum ersten Mal zufüttern“, erzählt der Imker.

Imkerei in dritter Generation

Löffler liegt die Imkerei im Blut. Bereits sein Großvater gründete einen Bienenstand im Jahr 1938 in der Ortsmitte von Weil im Schönbuch, auch der Vater war von klein auf begeistert von der Hobbyimkerei und führte sie weiter. Bei Robert Löffler selbst wollte der Funke jedoch nicht sofort überspringen. „Als Kind konnte ich keinen Gefallen daran finden, denn die Bienen haben mich gestochen“, erinnert er sich. Im Alter von 21 Jahren übernahm er die Imkerei dann doch – zunächst auch als Hobby. Doch weil er einer Krankheit wegen seine ursprüngliche Arbeit nicht mehr ausüben kann, betreibt er die Imkerei seit 2017 hauptberuflich.

Gläserne Produktion:

Die Aktion „Gläserne Produktion“ läuft unter der Schirmherrschaft des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg. Im Kreis Böblingen haben sich zwölf Betriebe gemeldet. Das Amt für Landwirtschaft und Naturschutz des Landkreises unterstützt die Betriebe bei der Vorbereitung der Veranstaltungen Weitere Informationen im Netz unter www.lrabb.de.

Die Schönbuchimkerei Löffler gibt am Samstag, 15. Juni, zwischen 10  und 18 Uhr Einblicke in die Arbeit eines Imkers. Außerdem gibt Robert Löffler Tipps zur Förderung von Insekten. Besucher können am Turnerheim, Dettenhäuser Straße 30, in Weil im Schönbuch parken. Der Weg von dort zur Imkerei ist ausgeschildert.