Immer mehr Zwillinge im Land Immer mehr Mehrlinge in den Kreißsälen

Kindersegen im Doppelpack – das kommt immer häufiger vor. Foto: dpa

Das doppelte Lottchen ist auf dem Vormarsch. Seit 1980 hat sich die Zahl der Zwillingsgeburten in Baden-Württemberg fast verdoppelt, und der Trend ist ungebrochen. Das hat vor allem zwei Gründe.

Stuttgart - Die Familie Ablak ist nicht allein. 2018 gab es laut den vorläufigen Zahlen des Statistischen Landesamtes im Südwesten immerhin 45 Drillingsgeburten, so viele wie noch nie seit 1980. Damit ist die Zahl der Drillingsgeburten in dieser Zeit ganz erheblich gestiegen. Mussten 1980 noch 15 Elternpaare in ihrer Wohnung gleich drei Babybetten aufstellen, waren es 1990 schon 27. Wieder zehn Jahre später wurden 40 Drillingspaare geboren. Zum Vergleich: die Zahl der Lebendgeburten hat zwischen 1980 (99 721) und 2018 (108 919) um gut neun Prozent zugenommen.

 

Gleichwohl: Selten sind solche Babytrios immer noch. Nur bei etwa jeder 2400sten Geburt bekamen die Eltern gleich drei Sprösslinge auf einen Schlag. Die letzte Vierlingsgeburt ist sogar schon drei Jahre her, in den Jahren zuvor gab es das ein oder zwei Mal pro Jahr. Fünf Babys auf einmal gab es in Baden-Württemberg in diesem Jahrtausend noch gar nicht. Aber auch das kommt vor: zuletzt war dies 1999 im Schwarzwalddorf Karlsbad-Auerbach der Fall. Dort bekam eine Familie drei Jungs und zwei Mädchen.

Je älter die Frau, desto wahrscheinlicher sind Zwillinge

Der Trend ist für die Statistiker klar. Es gibt immer häufiger Mehrlingsgeburten im Land. Vor allem erblicken immer öfter Zwillinge das Licht der Welt. Seit 1980 (1001 Zwillinge) hat sich die Zahl der Babypaare fast verdoppelt. Im vorigen Jahr wurden 1974 Zwillinge geboren. Damit liegt ihr Anteil an der Zahl der Lebendgeburten im Land bei 1,8 Prozent.

Die Zunahme hat nach Einschätzung der Datensammler vor allem zwei Gründe. Zum einen werden die werdenden Mütter hierzulande immer älter. Die meisten sind mittlerweile zwischen 30 und 35 Jahre alt, das Durchschnittsalter beträgt knapp 32 Jahre. Je älter eine Frau ist, desto unwahrscheinlicher ist es zwar, dass sie schwanger wird. Klappt es aber mit der Schwangerschaft, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Mehrlingsschwangerschaft. Denn mit zunehmendem Alter haben Frauen öfter gleich zwei Eisprünge innerhalb eines Zyklus.

In jeder Klasse sitzt ein Kind aus dem Reagenzglas

Zum anderen kommen immer mehr Kinder zur Welt, die durch Methoden der künstlichen Befruchtung gezeugt wurden. Nach Angaben des Dachverbandes für Reproduktionsmedizin bekommen die meisten Patientinnen (68,3 Prozent) zwei Embryonen transferiert, um die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft zu erhöhen. Damit steigt auch die Chance auf eine Zwillingsschwangerschaft auf 21,1 Prozent. 2017 kamen bundesweit 23 541 Schwangerschaften so zustande. Mittlerweile sitzt, statistisch betrachtet, in jeder Schulklasse ein Kind, dass im Reagenzglas gezeugt wurde.

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