Immobilien Die Calwer Passage steht vor dem Verkauf

Von Hildegund Oßwald 

Ein Stuttgarter Investor zeigt Interesse an der Calwer Passage, die jetzt noch im Besitz einer Versicherung ist. Dabei fällt auch der Name Piëch. Die Zukunft der Einkaufsmeile hängt nicht zuletzt davon ab, ob sie zum Denkmal erklärt wird.

Verblasstes Juwel in der Innenstadt: die Calwer Passage Foto: Michael Steinert 6 Bilder
Verblasstes Juwel in der Innenstadt: die Calwer Passage Foto: Michael Steinert

Stuttgart - Die Calwer Passage hat ihre besten Zeiten hinter sich – und einschneidende Veränderungen vor sich. Nach Jahren des schleichenden Niedergangs mit vielen Leerständen, immer weniger Passanten und häufig wechselnden Geschäften steht die einst renommierte Einkaufspassage jetzt vor dem Verkauf. Was danach aus ihr und dem dazugehörenden Bürokomplex an der Ecke Rotebühlplatz/Theodor-Heuss-Straße werden wird, ist ungewiss.

Wie jetzt durchsickerte, werden die Verkaufsverhandlungen der Württembergischen Lebensversicherung als Eigentümerin von einer Denkmalprüfung beim Regierungspräsidium durchkreuzt. Abriss oder Erhalt – das ist die zentrale Frage, die für Verkäufer und Käufer lästig, hinderlich und je nach dem teuer, für die Stadt aber spannend ist. Schließlich galt die parallel zur Calwer Straße erbaute Passage mit ihrem markanten Glasdach bei ihrer Eröffnung 1978 als Musterbeispiel für die Verknüpfung von denkmalgeschützter Bausubstanz mit moderner Architektur. Einige der Ladenflächen reichen zu den bereits denkmalgeschützten Häusern an der Calwer Straße durch.

Landesamtes für Denkmalpflege pflegt das Ensemble

Ob die Denkmalschützer aufgrund der Verkaufsabsichten auf den Plan gerufen wurden oder der Zufall die Prüfung diktierte, ließ sich am Donnerstag nicht abschließend klären. Das Regierungspräsidium bestätigte jedoch die laufende Untersuchung des Landesamtes für Denkmalpflege im Regierungspräsidium. „Die Denkmalpflege prüft routinemäßig Bauwerke aus den sechziger und siebziger Jahren, ob sie Denkmal sind oder nicht“, so die Sprecherin Nadine Hilber. Und darunter falle eben auch die Calwer Passage.

„Ich halte es für wahrscheinlich, dass die Passage zum Denkmal wird. Es war schließlich die erste Passage dieser Art in Deutschland“, sagt der Baubürgermeister Matthias Hahn. Diverse Kaufinteressenten haben sich im Rathaus nach den Baumöglichkeiten erkundigt, die einen wollen abreißen, andere könnten sich auch einen Neustart vorstellen. Die Meinung des Baubürgermeisters ist klar: „Ich würde das begrüßen, wenn die Passage erhalten bleibt“, sagt Matthias Hahn.

Ob freilich der Denkmalschutz auch über den wohl von kaum jemandem als städtebaulichen Lichtblick empfundenen kupferbraunen Büroklotz zum Rotebühlplatz reichen muss, dahinter setzt man auch im Rathaus ein Fragezeichen. „Das müssen die Fachleute entscheiden, mein Interesse gilt vor allem der glasüberdachten Passage“, sagt Bürgermeister Hahn und wünscht sich für die Zukunft „eine attraktive Nutzung“.




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