Immobilien im Kreis Böblingen „Wer kaufen will, der kauft“

Bei den Neubauten drücken die hohen Preise auf die Nachfrage. Foto: dpa

Die Kreissparkasse sieht eine deutliche Belebung auf dem Immobilienmarkt im Kreis Böblingen – vor allem bei gebrauchten Objekten und Krediten.

Böblingen: Jan-Philipp Schlecht (jps)

Der Immobilienmarkt im Landkreis Böblingen zeigt sich im Jahr 2025 deutlich belebt – insbesondere im Bereich der Wohnungen und Häuser. Nach einer Phase der Konsolidierung durch stotternde Konjunktur steigen die Preise für Eigentum wieder an, gleichzeitig nimmt die Nachfrage spürbar zu. Außerdem bleibt der Mietmarkt angespannt. Das geht aus dem Immobilienbericht der Kreissparkasse Böblingen hervor, den diese am Mittwoch präsentierte. Sie verzeichnet für das erste Halbjahr einen deutlichen Anstieg bei Kaufabschlüssen und Baufinanzierungen – ein Zeichen, dass der Markt wieder Fahrt aufnimmt.

 

„Unser Landkreis bietet sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen hervorragende Perspektiven – wirtschaftlich, infrastrukturell und hinsichtlich der Lebensqualität“, sagt Markus Linha, Vorstandsmitglied bei der Kreissparkasse Böblingen. Vor allem im Segment der Bestandsimmobilien ist die Nachfrage deutlich gestiegen.

Jüngere Immobilien besonders begehrt

Laut Kreissparkasse wurden bis zum 30. Juni 104 bestehende Objekte vermittelt – zwölf mehr als im Vorjahreszeitraum. Besonders begehrt sind jüngere, energetisch gut sanierte Immobilien mit maximal 15 Jahren Alter. Doch auch unsanierte Häuser mit Sanierungsbedarf werden zunehmend wieder gekauft – nicht zuletzt, weil Handwerker wieder besser verfügbar sind. „Die Phase der Verunsicherung rund um das sogenannte Heizungsgesetz ist überwunden“, sagt Uwe Nageler, Leiter des Immobilienvertriebs.

Durch die nach wie vor stabile oder sogar steigende Nachfrage bewegten sich die Preise wieder langsam nach oben: Eigentumswohnungen im Kreis kosten zwischen 2000 und 6000 Euro pro Quadratmeter. Reihenhäuser werden vor allem zwischen 290 000 und 790 000 Euro gehandelt, und Doppelhaushälften zwischen 380 000 und einer Million Euro. Freistehende Häuser befinden sich am oberen Ende der Preisskala und wechseln je nach Lage und Zustand für bis zu 2,5 Millionen Euro den Besitzer. Weitaus schleppender gestaltet sich der Markt allerdings im Bereich der neu gebauten Immobilien.

Baupreise enorm gestiegen

Grund dafür sind die nach wie vor horrenden Baupreise, sagt die Kreissparkasse: Der Bau eines Ein- oder Mehrfamilienhauses sei heute rund 60 Prozent teurer als noch 2010. Ein wirtschaftlicher Betrieb sei aber laut Branchenverband oft erst ab Mieten von 21 Euro pro Quadratmeter realisierbar – schlicht zu teuer für viele. Demnach hat die Kreissparkasse selbst in diesem Jahr noch kein einziges neues Haus vermittelt, neue Eigentumswohnungen gerade einmal drei. Gleichwohl wächst der Bedarf an gefördertem Wohnraum, der allerdings nur über Quersubventionierung der öffentlichen Hand überhaupt geschaffen werden kann.

Druck auf den Mietmarkt wächst

Entstehen zu wenig neue Wohnungen – laut KSK fehlen allein im Kreis 2000 davon – erhöht sich der Druck auf den Mietmarkt. Die Folge: Die Nachfrage übersteigt das Angebot – besonders bei kleineren, noch bezahlbaren Einheiten. Die Kreissparkasse geht von einem durchschnittlichen Mietpreisanstieg von zwei bis fünf Prozent im Jahresvergleich aus. In den großen Kreisstädten sind Mietwohnungen besonders knapp.

Das hat Folgen für die Mietpreise, die sich je nach Lage und Ausstattung im Neubau schon Richtung der 20-Euro-Marke pro Quadratmeter bewegen. Bei Bestandsimmobilien blieben die Mieten hingegen häufig auf vergleichbarem Niveau – aus Bequemlichkeit oder Rücksicht auf die Mieter.

Trotz des schwierigen Umfelds zieht die Nachfrage nach Baufinanzierungen wieder an: Seit Juni 2024 stieg das Volumen bei der KSK von 303 auf 482 Millionen Euro. Dadurch und durch die guten Rahmenbedingungen im Kreis erkennt Vorstand Oliver Braun einen „Silberstreif am Horizont“.

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