Immobilienkauf Ein Zuhause im Urlaub

Eine zum Ferienhaus umgebaute Mühle (rechts) in Ligurien, Italien Foto: Mierendorf
Eine zum Ferienhaus umgebaute Mühle (rechts) in Ligurien, Italien Foto: Mierendorf

Wer im Urlaub in der eigenen Immobilie wohnen will, muss den Erwerb genau planen.
 

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Stuttgart - Für Roswitha Z. war es Liebe auf den ersten Blick. Nach einem ausgedehnten Spaziergang entlang des Gardasees stand für die Stuttgarterin fest: Hier hätte sie gerne ein Haus. So oder ähnlich geht es wohl jedes Jahr vielen Deutschen. Das schlägt sich auch in der Statistik nieder: Seit 1970 ist der europäische Ferienimmobilienmarkt um 56,8 Prozent gestiegen, so eine Marktanalyse der Online-Ferienhausvermietung Home Away Fewo-direkt in Zusammenarbeit mit dem Immobilienunternehmen Engel & Völkers.

Die meisten Ferienhausbesitzer investieren laut dieser Studie allerdings nicht im Ausland, sondern in Deutschland (48,5 Prozent), gefolgt von Spanien (11,8 Prozent) und Österreich (8,9 Prozent). Erst dann kommen Urlaubsregionen wie Italien (8,2 Prozent), Frankreich (6,1 Prozent) oder die Schweiz (3,3 Prozent). Bis der Traum vom eigenen Haus am Urlaubsort allerdings Wirklichkeit wird - vor allem im Ausland -, können schon mal bis zu drei Jahre ins Land ziehen, weiß Roswitha Z. aus eigener Erfahrung. Die Stuttgarterin hat drei Urlaube à 14 Tage von der Idee bis zum Einzug investiert. „Im ersten Jahr klappern Sie vom Hotel aus alle infrage kommenden Objekte ab”, erinnert sie sich. Nicht alles, was dabei von den Maklern angeboten wird, entspricht dabei den Wünschen der Urlauber. „Wenn Sie schon das Schnitzel und die Röstkartoffeln von der Nachbarin riechen, brauchen Sie nicht nach Italien fahren. Da hat nur noch die Kehrwoche gefehlt”, kommentiert Roswitha Z. etwas trocken ihre ersten Erfahrungen mit einer typisch deutschen Ferienanlage in Italien. „Die Angebotspalette reicht dabei von Grundstücken am Wasser bis zu Häusern auf einem Berggipfel. Letztendlich ist das auch eine Frage des Geldbeutels”, so die Stuttgarterin. „Lage kostet eben.” Man müsse sich auch darüber klarwerden, dass ein Ferienhaus wie ein zweiter Haushalt zu Buche schlägt. Strom, Wasser, Telefon und die Steuern müssten genauso bezahlt werden wie in Deutschland. Irgendwann kämen auch die ersten Reparaturen. Und noch etwas sollte man bedenken: Ein Ferienhaus direkt am See unterliegt klimatischen Einflüssen wie Schimmel oder Überschwemmungen. Wer auf gute Sicht Wert legt, verkennt oft den Weg, den man jedes Mal vom Grundstück zur Stadt und wieder zurück bewältigen muss. Dennoch bleibt die Lage mit 82,2 Prozent nach wie vor das wichtigste Kaufkriterium. Etwa die Hälfte aller Ferienheimbesitzer investiert laut der Marktanalyse von Engel & Völkers in ihre Zweitimmobilie bis zu 150 000 Euro, 22,1 Prozent bis 250 000 Euro und 3,8 Prozent bis 750.000 Euro.

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