Immobilienpreise im Altkreis Rutesheim und Gerlingen sind stark gefragt

Die einen leben im Hochhaus mit Weitblick, die anderen im gemütlichen Einfamilienhaus. Egal wo, Wohnen im Altkreis ist teuer. Foto:  
Die einen leben im Hochhaus mit Weitblick, die anderen im gemütlichen Einfamilienhaus. Egal wo, Wohnen im Altkreis ist teuer. Foto:  

Eine neue Broschüre für Immobilien soll den Markt für Wohnungen und Häuser im Altkreis transparent machen und als Orientierung für Käufer und Verkäufer dienen.

Leonberg - Ein Dach über dem Kopf ist nicht mehr nur in der Landeshauptstadt selbst, sondern auch im so genannten Speckgürtel drumherum zum Schnäppchenpreis kaum noch zu haben. Das gilt auch für Leonberg und die Kommunen im Altkreis. Wie sich die Preise für Wohnungen und Häuser, für Mietobjekte und Wohneigentum im Laufe der Jahre entwickelt haben und wo sie heute liegen, stellt eine neue Broschüre vor, die die Firma Bannasch Immobilien mit Sitz in Leonberg jetzt präsentiert hat.

„S’Ländle“ lautet der Titel des Magazins, das neben Leonberg auch Rutesheim, Renningen, Weil der Stadt, Magstadt sowie Heimsheim näher beleuchtet. Der interessierte Leser, Immobilienverkäufer oder -käufer können in dem Zahlenwerk nicht nur Durchschnittspreise ablesen, sondern auch die Preisspannen erkennen, in denen sich die verschiedenen Immobilienarten bewegen. Für Rutesheim sind beispielsweise beim Kauf eines gebrauchten Hauses durchschnittlich etwa 3200 Euro pro Quadratmeter hinzublättern, für eine Bestandswohnung 2764 Euro und für eine Mietwohnung im Bestand 9,50 Euro Miete pro Quadratmeter. Letztere kostet in Renningen durchschnittlich 10 Euro und in Leonberg 10,19 Euro.

Von „top“ bis „einfach“

Großen Einfluss auf die Preise haben auch die verschiedenen Wohnlagen, von „top“ bis „einfach“, die auf farbigen Stadtplänen markiert sind. Während Top-Wohnlagen nach Ansicht der Immobilienspezialisten äußerst dünn gesät sind – lediglich Leonberg hat welche, etwa südlich des Engelbergs – gibt es doch etliche „sehr gute“ Wohnlagen, in Rutesheim beispielsweise nördlich der Gebersheimer Straße. Bei der Einstufung schlagen mit 70 Prozent Kriterien wie städtebauliche Faktoren, Verkehr, Umwelt und Soziales zu Buche. 30 Prozent tragen Immobilienpreise, Arbeitslosenquote, Einkommen der Anwohner sowie der Wohnwert dazu bei.

Woher stammen diese Daten und Einschätzungen in dem in dieser Form erstmals aufgelegten Marktbericht für den Altkreis? „Wir arbeiten hierfür mit dem iib-Hettenbach Institut in Schwetzingen zusammen“, erklärte Bernd Bannasch bei der Präsentation in Weil der Stadt. Dieses unabhängige Institut ist laut Bannasch die Nummer eins in der Immobilienmarktforschung. Dort sei man in der Lage, sehr schnell sehr viele Daten zu sammeln und auszuwerten. Bereinigte Angebotspreise verschiedener Immobilienportale würden mit tatsächlichen Verkaufspreisen in den amtlichen Grundstücksmarktberichten abgeglichen. Mithilfe von Referenzobjekten würden Preise vergleichbar gemacht. So entstehe der typbezogene und neutrale iib- Richtwert – vergleichbar etwa mit der Schwacke-Liste für Fahrzeuge, sagte Bernd Bannasch.

„Unser Ziel ist es, für Käufer und Verkäufer Transparenz zu schaffen“, sagte Bernd Bannasch weiter. Die in dem Wohnmarktbericht abgebildeten Preise sind mit dem Datum 1. August versehen. Die Daten der Gutachterausschüsse seien hingegen oft ein, zwei Jahre alt, so Bannasch. Auch die Mietspiegel seien „zwingend immer veraltet“.

Die derzeit größte Nachfrage nach Immobilien gebe es in Gerlingen, gefolgt von Rutesheim und Renningen mit Malms-heim, erklärte der Immobilienfachmann auf Nachfrage. Die Nähe zu Stuttgart sowie eine gute Verkehrsanbindung spielten immer noch eine große Rolle. „In den letzten zwei, drei Jahren sind die Preise davongaloppiert“, sagte Bernd Bannasch. Er sieht aber möglicherweise eine Trendwende am Horizont. „Man merkt, dass die ersten Käufer nicht mehr bereit sind, jeden Preis zu bezahlen.“ Im Wohnmarktbericht liest sich das so: „Die Immobilienpreise steigen stabil, die Anzahl der Verkäufe, die Marktbreite, also die Abverkaufs- und Vermietungsgeschwindigkeit, ist aber bereits rückläufig. Dies sind die Vorboten einer Marktregulierung.“




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