Impfaktion an Stuttgarter Berufsschulen Mit Herzklopfen zur Erstimpfung

Diese junge Frau hat sich impfen lassen – andere haben Vorbehalte. Foto: Lichtgut/Schmidt
Diese junge Frau hat sich impfen lassen – andere haben Vorbehalte. Foto: Lichtgut/Schmidt

Mit niederschwelligen Impfangeboten wie einer eigenen Aktion an Berufsschulen will die Stadt Stuttgart auch junge Leute erreichen. Eine 22-Jährige hat sich auch von ihrer Nadelphobie nicht abschrecken lassen.

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Stuttgart - Zwei mobile Impfteams des Klinikums Stuttgart haben am Mittwoch auf dem Campus der kaufmännischen Schule Nord ein temporäres Impfzentrum eingerichtet. „Wir brauchen einen höheren Schutz an unseren Schulen“, sagt der Konrektor der Schule, Andreas Mauz. Darüber hinaus trage man als Schule auch eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung. „Jeder Geimpfte zählt. Und wir sind einfach dran an den Schülern”, sagt Mauz, der die Koordination vor Ort übernommen hat.

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Auch Schülerinnen und Schüler der drei in der Nachbarschaft gelegenen Berufsschulen können sich an diesem Tag mit dem Impfstoff von Biontech impfen lassen. Die vier Schulen, die teilweise örtlich verbunden sind, arbeiten im Alltag ohnehin eng zusammen. Die Schulleitungen hätten das gemeinsame Interesse an einem lokalen Impftermin bekundet und das Klinikum Stuttgart habe ihnen daraufhin ein Angebot unterbreitet, so Mauz. Der Vorlauf betrug rund drei Wochen.

Organisator spricht von „zufriedenstellender Quote“

Das temporäre Impfzentrum hat im Untergeschoss des modernen Gebäudekomplexes Quartier bezogen. Für die einzelnen Klassenverbände sind Zeitfenster eingeteilt.

Mehr als 100 Schülerinnen und Schüler der kaufmännischen Schule hätten vorab bekundet, sich impfen lassen zu wollen – bei einer Schülerschaft von rund 1750 Personen. „Wir weisen natürlich niemanden ab“, sagt Andreas Mauz. Er spricht von einer zufriedenstellenden Quote. Viele seien bereits geimpft, einige auch genesen. „Und wenn jemand gerade einen Ausbildungsblock in Ravensburg absolviert, wird er kaum für eine Impfung, die er genauso gut dort bekommen kann, bis nach Stuttgart fahren“, erklärt der Konrektor. Er berichtet aber auch von Vorbehalten. „Die jungen Leute sind nicht leicht zu überzeugen“, sagt Mauz. Bereits im Vorfeld der Aktion hat er eine Runde durch alle Klassen gemacht, um aufzuklären und Fragen zu beantworten.

Eine Schülerin hat keine Lust mehr aufs viele Testen

Und was sagen die Impflinge selbst? „Ich habe ja eigentlich eine Nadelphobie“, gesteht Justine, bevor sie sich ihren Piks setzen lässt. Daher hätte sie „nie und nimmer“ einen Termin in einer Arztpraxis ausgemacht. „Aber so kommt der Termin einfach zu mir. Herzklopfen habe ich trotzdem“, sagt die 22 Jahre alte Berufsschülerin. Und ihre gleichaltrige Mitschülerin Vanessa meint: „Ich gehe gerne aus und habe einfach keine Lust mehr auf diese ständigen Tests.“ Etwas mulmig sei es ihr aber dennoch.

Die Impfzentren in Baden-Württemberg wurden zum 1. Oktober geschlossen. Dafür sind in Stuttgart nun vier mobile Impf-Teams im Einsatz. Die Resonanz sei unterschiedlich, berichtet der Sprecher des städtischen Klinikums, Stefan Möbius. Im Stadtzentrum komme das Angebot „sehr gut“ an. „Auf dem Schlossplatz hatten wir 200 Leute“, sagt Möbius. Geimpft wurde zuletzt auch auf dem Marienplatz oder an der Alten Kelter in Rohracker. Am vergangenen Sonntag schickte das Klinikum ein Team nach Ludwigsburg zum Bundesliga-Basketballspiel der MHP Riesen gegen Alba Berlin und am Wochenende davor konnten sich Fußballfans beim VfB-Spiel gegen den TSG Hoffenheim impfen lassen. An diesem Freitag kann man sich von 16.30 Uhr bis 23.30 Uhr vor der Johanneskirche am Feuersee impfen lassen.




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