Impfen gegen Omikron Hersteller brauchen neuen Impfstoff

Die Impfstoffe von Moderna und Biontech – muss bald etwas anderes in die Fläschchen? Foto: dpa/Jan Woitas
Die Impfstoffe von Moderna und Biontech – muss bald etwas anderes in die Fläschchen? Foto: dpa/Jan Woitas

Erste Laboruntersuchungen haben die Befürchtung bestätigt, dass die aktuellen Coronaimpfstoffe deutlich weniger Schutz gegen die Omikron-Variante des Coronavirus bieten. Die Hersteller müssen ihre Vakzine anpassen.

Wirtschaft: Andreas Geldner (age)
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Stuttgart - Die Corona-Impfstoffhersteller müssen ihre Vakzine umstellen. Mehrere aktuelle Untersuchungen unter anderem in Südafrika und Deutschland haben nun eine drastische Reduktion des Impfschutzes gegen Infektionen durch die neue Omikron-Variante des Coronavirus bestätigt. Labortests etwa des African Health Research Institute in Südafrika und der Frankfurter Virologin Sandra Ciesek sprechen von einer etwa vierzigfachen Reduktion der Antikörper im Vergleich zur bisherigen Deltavariante. Insbesondere bei lediglich zweifach Geimpften ist laut dieser Laborwerte der Schutz vor Ansteckung praktisch ausgehebelt. „Die Daten bestärken, dass die Entwicklung eines an Omikron angepassten Impfstoffs sinnvoll ist“, sagte Ciesek auf Twitter.

„Dies sieht für die zweifach Geimpften nicht gut aus. Eine dritte Dosis ist notwendig“, sagte am Mittwochmorgen der deutsche Virologe Christian Drosten. Nach einer Booster-Impfung sprechen erste Ergebnisse von einem verbleibenden, allerdings stark reduzierten Schutz.

Hersteller haben mit Vorbereitungen schon begonnen

Über den Schutz vor schweren Verläufen sagen diese Tests nichts, da hier andere, wesentlich stabilere Bereiche des Immunsystems betroffen sind und die Wahrscheinlichkeit eines weiter bestehenden Schutzes sehr hoch ist. Schon mit Bekanntwerden der neuen Variante haben die Hersteller der relativ schnell anzupassenden mRNA-Impfstoffe mit Vorbereitungen für die Herstellung neuer Versionen begonnen.

Nach Angaben der deutschen Firma Biontech und des US-Herstellers Moderna kann die Entwicklung des eigentlichen Impfstoffes binnen sechs Wochen stattfinden. Danach gehen sie in ein beschleunigtes Genehmigungsverfahren, für das im Gegensatz zur ersten Version nur noch kleinere Erprobungen an Menschen möglich sind.

Beschleunigte Genehmigungsverfahren

Auch die Genehmigungsbehörden wie die europäische Arzneimittelagentur EMA haben seit dem Frühjahr, als die ersten Virenvarianten auftauchten, bereits Konzepte für solche beschleunigten Verfahren entwickelt. Diese wurden an einigen probeweise entwickelten Impfstoffen für frühere Varianten bereits durchgespielt. Die Hersteller haben hier bereits Daten etwa zur grundsätzlichen Verträglichkeit abgewandelter Impfstoffe bereits übermittelt.

Sowohl Biontech als auch Moderna gehen deshalb im besten Fall davon aus, binnen drei Monaten nach dem Startschuss für die Entwicklung erste Impfstoffe ausliefern zu können. Der Start einer weiteren Impfkampagne wäre damit im optimalen Fall etwa zu Ostern des kommenden Jahres möglich. Bis aber größere Gruppen der Bevölkerung erneut geimpft sind, würden weitere Monate vergehen.

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