Impfungen schützen vor Infektionskrankheiten. Vor Beginn der Europäischen Impfwoche am 19. April bittet das Gesundheitsamt die Menschen im Landkreis, ihren Impfstatus zu überprüfen.

Aus Anlass der Europäischen Impfwoche vom 19. bis 25. April macht das Gesundheitsamt Böblingen auf die Bedeutung von Impfungen aufmerksam. „Zu den wirksamsten Schutzmaßnahmen gegen schwere Infektionskrankheiten gehören Impfungen. Wer sich impfen lässt, schützt sich selbst und hilft gleichzeitig dabei, andere zu schützen“, sagt die Gesundheitsamtsleiterin Anna Leher.

 

Hohe Impfquoten würden dabei helfen, die Verbreitung von Krankheitserregern einzudämmen. Dadurch würden auch indirekt besonders gefährdete Menschen – etwa Säuglinge oder Personen mit geschwächtem Immunsystem – geschützt. Jeder und jedem wird daher empfohlen, den Impfstatus regelmäßig zu überprüfen und sich bei Bedarf vom Hausarzt oder auch im Gesundheitsamt beraten zu lassen.

Es bestehen erhebliche Impflücken

Trotz der hohen präventiven Wirksamkeit von Impfungen und des geringen Aufwands bestehen in der Bevölkerung weiterhin erhebliche Impflücken. Dies geht aus Analysen des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Auf Basis von Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen werden Impfquoten in Deutschland ermittelt und auf der Plattform VacMap veröffentlicht.

So waren im Landkreis Böblingen 2024 lediglich rund die Hälfte der 15-jährigen Mädchen und circa ein Drittel der 15-jährigen Jungen vollständig gegen das Humane Papillomvirus (HPV) geimpft. „Die Zahlen zur HPV-Impfung zeigen uns, dass wir weiterhin intensiv über Prävention informieren müssen. Die Impfung kann wirksam vor bestimmten Krebsarten, insbesondere vor Gebärmutterhalskrebs schützen – diese Chance sollten wir gemeinsam besser nutzen“, so Anna Leher. Während die Impfquoten bei Jungen im Zeitverlauf leicht ansteigen, stagnieren sie bei Mädchen auf niedrigem Niveau in den vergangenen drei Jahren. Die Impfung wird für Mädchen und Jungen im Alter von neun bis 14 Jahren empfohlen. Sie kann in kinderärztlichen, hausärztlichen oder gynäkologischen Praxen erfolgen.

Auch bei anderen Impfungen bestehen deutliche Lücken. So waren 2024 im Landkreis Böblingen lediglich 20 Prozent der Bevölkerung ausreichend gegen eine Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) geimpft. FSME ist eine Viruserkrankung, die häufig durch Zecken übertragen wird. In FSME-Risikogebieten – wozu der Landkreis Böblingen zählt – wird die Impfung allen Menschen empfohlen, die durch Aufenthalt im Freien in Kontakt mit Zecken kommen können.

Zeckensaison steht bevor

Mit Blick auf die bevorstehende Zeckensaison appelliert das Gesundheitsamt an alle Bürgerinnen und Bürger, jetzt ihren Impfstatus gegen FSME zu überprüfen und fehlende Impfungen rechtzeitig nachzuholen. „Wer sich viel im Freien aufhält, kann sich durch einen vollständigen Impfschutz wirksam vor schweren Entzündungen von Gehirn und Rückenmark schützen“, sagt die Gesundheitsamtsleiterin.