Impfstreit in Böblingen Der Landrat ist mit dem Minister nur halb zufrieden

Noch ist der Böblinger Roland Bernhard nicht ganz zufrieden mit den Auskünften, die er vom Stuttgarter Sozialministerium erhalten hat. Foto: dpa/Christoph Schmidt
Noch ist der Böblinger Roland Bernhard nicht ganz zufrieden mit den Auskünften, die er vom Stuttgarter Sozialministerium erhalten hat. Foto: dpa/Christoph Schmidt

Die Verstärkung der mobilen Impfteams im Kreis Böblingen wertet Roland Bernhard als Teilerfolg seiner Kritik am Land.

Esslingen: Ulrich Stolte (uls)

Kreis Böblingen - Dass das Land jetzt von Stuttgart aus mobile Impfteams in die Landkreise Böblingen und Rems-Murr schickt, um der Impfstoffknappheit zu begegnen, wertet der Böblinger Landrat Roland Bernhard als „Teilerfolg“. Es wäre damit ein Teilerfolg der Kritik, die Bernhard und sein Amtskollege Richard Sigel aus dem Rems-Murr-Kreis an der Impfstrategie des Landes geübt haben. Die Verstärkung der Impfteams hatte der Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) am Mittwoch bekannt gegeben.

Den beiden Landräten war sauer aufgestoßen, dass Kreise mit mehr als eine halben Millionen Einwohner zwei Impfzentren bekommen, Kreise, die darunter liegen nur eines. Das Nachsehen haben da Landkreise wie Böblingen, die mit 400 000 Einwohnern knapp an der Grenze liegen, und die, gemessen an ihrer Bevölkerungszahl, zu wenig Impfstoff zugeteilt bekommen.

Mehr Transparenz bei der Impfstategie

Einen Kritikpunkt hatten die beiden Landräte aber dann doch noch, wie das Landratsamt am Donnerstag auch als Antwort auf das Schreiben Luchas mitteilte. Sie wollten mehr Transparenz bei der Impfstrategie. „Wir wissen nicht, wie viele Menschen im Landkreis Böblingen geimpft sind“, sagt Roland Bernhard. Weil aber jeder bei den Zentralen Impfzentren in Stuttgart, Tübingen oder anderswo seine Postleitzahl angeben müsse, könne man ableiten, wie viele Menschen in den jeweiligen Landkreisen geimpft seien.

Roland Bernhard fragt sich nun, was passiere, wenn ein Landkreis beispielsweise mit der Personengruppe I durch sei. Könne er dann die Personengruppe II, also die Bürger mit kleinerem Krankheitsrisiko impfen, oder müsse er warten, bis auch die anderen Kreise soweit seien? „Es bedarf hier einer Nachsteuerung, die aber nur geht, wenn wir die Zahlen kennen“, sagt Bernhard. Zur Stunde hat Böblingen sein Impfzentrum noch geschlossen. Eine Öffnung ist erst vorgesehen, wenn die Heime im Kreis durchgeimpft sind, das dürfte Mitte Februar der Fall sein.




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