In Afghanistan Politiker muss wegen Ohrfeige 300.000 Dollar zahlen – und ein Schaf

Ein Schaf als Strafe? In Afghanistan gab es diesen ungewöhnlichen Fall. Foto: picture alliance/dpa/Angelika Warmuth
Ein Schaf als Strafe? In Afghanistan gab es diesen ungewöhnlichen Fall. Foto: picture alliance/dpa/Angelika Warmuth

In Afghanistan kommt es zu einer Auseinandersetzung zwischen einem ehemaliger Parlamentarier und einem Minister. Dabei soll es eine Ohrfeiger gegeben haben. Ein Teil der Strafe klingt sehr ungewöhnlich.

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Kabul - Ein ehemaliger Parlamentarier soll einem Minister in Afghanistan eine Ohrfeige verpasst haben und dafür 300.000 US-Dollar und ein Schaf als Ausgleich zahlen. Hadschi Din Mohammad, ein Stammesältester und Vizechef des Hohen Friedensrates, bestätigte am Donnerstag, dass der Ältestenrat ein entsprechendes Urteil gefällt habe. Zu der Auseinandersetzung zwischen dem Ex-Parlamentarier Mullah Tarachel Muhammadi und dem geschäftsführenden Minister für Hadsch und religiöse Angelegenheiten, Abdul Hakim Munib, war es im September gekommen.

Einer Mitteilung des Ministeriums zufolge hatte Mullah Tarachel Minister Munib nach dem Freitagsgebet in der Moschee des Präsidentenpalastes beleidigt und „physisch attackiert“. Lokale Medien und Afghanen gingen von einer Ohrfeige aus, da hohe Würdenträger nicht mit den Fäusten aufeinander losgingen. Mullah Tarachel bestritt die Vorwürfe und erklärte, er habe den Minister auf „legitime Probleme“ angesprochen. Die Auseinandersetzung sei rein verbaler Natur gewesen.

Versöhnung auf Facebook

Auf der Facebook-Seite des Ministeriums geteilte Bilder zeigten, wie bei der Versöhnungszeremonie im Kabuler Hotel „Frieden“ Mullah Tarachel dem Minister Munib den Turban band - ein Zeichen des Respekts - und die beiden sich anschließend umarmten. Din Mohammad erklärte, Munib wolle nur einen kleinen Teil des Geldes annehmen und dieses spenden.

Mullah Tarachel, der wegen seines umfangreichen Fuhrparks bei Afghanen den Spitznamen „Mullah Landcruiser“ trägt, war 13 Jahre lang Abgeordneter. Bei der Parlamentswahl 2019 untersagte ihm allerdings eine Wahlbehörde eine erneute Kandidatur nach Vorwürfen illegaler Landnahme. 




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