In Baden-Württemberg Arbeitsagentur: Anstieg der Kurzarbeit steht bevor

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Sinkende Auftragseingänge, weniger Gewinne: die deutsche Industrie schwächelt. Das schlägt sich auch auf den Südwesten nieder. Die Arbeitsagentur rechnet mit steigender Kurzarbeit.

Verwaiste Produktion: so könnte es in einigen Betrieben in Baden-Württemberg aussehen, wenn die Auftragslage im vierten Quartal nicht besser wird. Foto: dpa
Verwaiste Produktion: so könnte es in einigen Betrieben in Baden-Württemberg aussehen, wenn die Auftragslage im vierten Quartal nicht besser wird. Foto: dpa

Stuttgart - Die schwächelnde Konjunktur könnte gravierende Folgen für die Südwest-Wirtschaft haben. Entscheidend werde sein, wie sich die Lage nach den Betriebsferien für die Unternehmen darstellt, sagt Christian Rauch, Regionalchef der Bundesagentur für Arbeit (BA) in Stuttgart, unserer Zeitung. „Ich rechne damit, dass es in einigen Regionen, wo es eine hohe Dominanz des Verarbeitenden Gewerbes gibt, zu einem deutlichen Anstieg der Kurzarbeit im vierten Quartal kommen wird“.

Arbeitgeber sorgen sich auch wegen Brexit

Oliver Zander, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, dämpft die Sorgen noch: „Bisher gehen wir davon aus, dass es sich um eine konjunkturelle, allerdings sehr schmerzhafte Delle handelt“, sagt er. Dennoch drängen die Arbeitgeber die Regierung, einen erleichterten Zugang zur Kurzarbeit wie 2008/2009 zu schaffen. „Es wäre sinnvoll, eine schnelle Rückkehr zu den Kurzarbeitsregelungen aus der damaligen Krise zu ermöglichen“, betont er. „Kein Mensch weiß heute, was passiert, wenn die Produktion in Deutschland – zum Beispiel nach einem harten Brexit – massiv stocken würde. Wir sollten darauf vorbereitet sein.“ Es sei gut, dass bei der BA die notwendigen Rücklagen bestünden, um die Kurzarbeit sofort auszuweiten.

Auch Rauch hält es für richtig, den Unternehmen im Land entsprechende Signale zu geben. Zugleich bremst er die IG Metall bei ihrer Forderung nach einem Transformations-Kurzarbeitergeld. Es soll den Unternehmen helfen, die Arbeitsplätze trotz Digitalisierung und Elektromobilität zu erhalten – und den Beschäftigten, sich für die Arbeit an neuen Produkten zu qualifizieren. Die Arbeitsagentur zieht es vor, zuerst mit dem seit Januar geltenden Qualifizierungschancengesetz Erfahrungen zu sammeln.