In Berlin Zwischenfälle bei Protest gegen NPD-Demo

Von dpa 

Bei Protesten gegen eine Demonstration der rechtsextremen NPD ist es am 1. Mai in Berlin zu Zwischenfällen gekommen. Die Polizei ging im Stadtteil Schöneweide mit einem Wasserwerfer und Pfefferspray gegen Protestierende vor.

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Berlin - Bei Protesten gegen eine Demonstration der rechtsextremen NPD ist es am 1. Mai in Berlin zu Zwischenfällen gekommen. Die Polizei ging im Stadtteil Schöneweide - einer Hochburg der rechten Szene - mit einem Wasserwerfer und Pfefferspray gegen Protestierende vor. Die Einsatzkräfte riegelten das Areal am S-Bahnhof ab und versuchten, rechte und linke Gruppen strikt voneinander zu trennen. Gegendemonstranten versuchten aber immer wieder, an den Aufzug der Rechtsextremen heranzukommen.

Laut Polizei zogen 480 Anhänger der NPD durch Schöneweide. Dagegen protestierten nach ersten Schätzungen rund 2000 Menschen. Die Initiative „1. Mai - Nazifrei“ sprach von wesentlich mehr Demonstranten. Die Polizei ist nach eigenen Angaben mit insgesamt rund 7000 Beamten aus mehreren Bundesländern im Einsatz, um Ausschreitungen zu verhindern. In Berlin kommt es seit Jahren am 1. Mai immer wieder zu Ausschreitungen, insbesondere aus der sogenannten revolutionären 1. Mai-Demonstration heraus, die traditionell am Abend durch den Stadtteil Kreuzberg führt.

Die Polizei bereitet sich auf Aktion am Abend in Kreuzberg vor

In der Walpurgisnacht - am Vorabend des 1. Mai - habe es bei Demonstrationen in Berlin sieben leicht verletzte Polizisten gegeben, sagte ein Polizeisprecher. 17 Menschen seien festgenommen und 11 Platzverweise ausgesprochen worden. Es wurden 20 Ermittlungsverfahren eingeleitet, unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte.

Am Vormittag verankerten sich in Berlin-Schöneweide vier Demonstranten in einer Betonpyramide, um die Strecke der NPD-Demo zu blockieren. Nach einigen Stunden beendete die Polizei aber die Aktion. Die Einsatzkräfte bereiteten sich zudem auf Protestaktionen linker Gruppen am Abend in Berlin-Kreuzberg vor. Zu der sogenannten Revolutionären 1. Mai-Demonstration wurden 10 000 Teilnehmer erwartet.