In Bietigheim-Bissingen Direkt neben der B27-Baustelle – Fabrikhalle ist nun Feuerwache

Kommandant Frank Wallesch zeigt, wie geräumig die neue Interimswache in Bietigheim ist. Foto: Werner Kuhnle

Die Bietigheimer Feuerwehr (Kreis Ludwigsburg) erhält eine neue Feuerwache am alten Standort. So sieht der Interimsstandort in einer ehemaligen Fabrikhalle aus.

Ludwigsburg: Frank Ruppert (rup)

Vor Kurzem hat die Bietigheimer Feuerwehr ihre neue Interimswache direkt an der B27-Baustelle bezogen. Vergangenes Wochenende zogen die Ehrenamtlichen mit ihren Fahrzeugen und der Ausrüstung vom bisherigen Standort in der Mühlwiesenstraße direkt an die Stuttgarter Straße in eine ehemals von DLW und Valeo genutzte Halle.

 

„Ich bin gottfroh, dass wir diesen Standort hier haben“, sagt Kommandant Frank Wallesch. Froh ist der 55-Jährige vor allem, dass am bisherigen Standort eine neue Feuerwache entsteht. Die alte hat modernsten Anforderungen nicht mehr genügt, es gibt keine Abgasabsaugung und keine Schwarz-Weiß-Trennung, also eine räumliche und einrichtungstechnische Trennung zwischen Einsatz- und Sozialbereich. Zudem ist die mehr als 50 Jahre alte Wache einfach zu klein geworden für die wachsenden Anforderungen.

Im Mai soll sie daher abgerissen werden. Innerhalb von zweieinhalb Jahren – so der Plan – entsteht am bisherigen Standort eine neue, größere Wache für mehr als 13 Millionen Euro. Die wird dann auch endlich eine direkte Zufahrt auf die B27 bieten. Bislang muss erst durch einen Kreisverkehr und eben die Mühlwiesenstraße gefahren werden. Weiterer Schwachpunkt ist, dass ausfahrende Einsatzfahrzeuge denselben Weg nehmen müssen wie mit Privatautos anrückende Feuerwehrleute. Viele Gründe also für einen Neubau.

So nah ist die Feuerwehr nun an der B27 und damit auch an der großen Baustelle. Foto: Werner Kuhnle

Man habe lange nach einem Interimsstandort gesucht, sei dann aber auf dem ehemaligen DLW-Gelände fündig geworden. Die Hallen dort gehören ohnehin der Stadt und sind, seit Valeo vor einigen Jahren dort auszog, nicht mehr vermietet.

Feuerwehr verdreifacht Fläche

Der Interimsstandort ist riesig: 10.000 Quadratmeter stehen der Wehr nun an der Stuttgarter Straße unweit vom Bahnhof zur Verfügung. Damit hat sich die Wachengröße mehr als verdreifacht.

Tatsächlich wirken die Löschfahrzeuge fast verloren in der riesigen Fabrikhalle. Lediglich das große Rolltor zur Ausfahrt direkt auf die B27 und kleine technische Arbeiten mussten vorab beim Interimsstandort erledigt werden. Für die Umkleiden und Duschen wurden Container angeschafft. Die Halle ist so groß, dass die Feuerwehrleute mit ihren Privatwagen ebenfalls darin parken können.

„Ich bin gottfroh, dass wir diesen Standort hier haben.“

Frank Wallesch, Feuerwehrkommandant

„Die Kameraden können die Halle von drei Seiten anfahren, das ist ein großer Vorteil“, sagt Wallesch. Dass die Halle auch von der hinteren, der B27 abgewandten Seite angefahren werden kann, ist angesichts der Baustelle auf der Bundesstraße und den täglichen Staus dort auch bitter nötig. Neben der Halle gibt es noch Besprechungs- und Büroräume auf zwei Stockwerken – auch für die Jugendfeuerwehr.

Die Baustelle ist der Grund, warum derzeit bei Einsätzen auch die Kameraden in Bissingen noch mit alarmiert werden. „Es ist vorgesehen, dies erst einmal zur Sicherheit die ersten vier Wochen am Interimsstandort so zu machen“, erklärt Wallesch. Die ersten kleineren Einsätzen seien allerdings ohne Probleme verlaufen.

Warum die Feuerwehr dann nicht gleich aus dem Interims- einen Dauerstandort macht, mag sich mancher fragen. Zum einen ist der Standort an Mühlwiesenstraße seit Jahrzehnten etabliert und zum anderen hat die Stadt langfristig andere Pläne mit dem Gelände der Interimsstandort. Dort soll ein neues Wohnviertel entstehen. Nur weil dessen Entwicklung auf sich warten lässt, konnte die Feuerwehr einstweilen dorthin ziehen.

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