In den Niederlanden Polizisten entdecken mutmaßliche Folterkammer

Von red/ AP 

Der niederländischen Polizei gelingt derzeit Schlag um Schlag gegen die Unterwelt. Nun haben sie mehrere selbst gebaute Gefängniszellen und eine mutmaßliche Folterkammer entdeckt.

Sechs der sieben Frachtcontainer sind zu Gefängnissen umgebaut, einer diente wohl als Folterkammer. Foto: dpa
Sechs der sieben Frachtcontainer sind zu Gefängnissen umgebaut, einer diente wohl als Folterkammer. Foto: dpa

Den Haag - Niederländische Ermittler haben mehrere selbst gebaute Gefängniszellen und eine mutmaßliche Folterkammer entdeckt und sechs Männer festgenommen. Sieben Frachter-Container seien in einem Lagerhaus im Ort Wouwse Plantage umgebaut worden, teilten die Behörden am Dienstag mit. In der Folterkammer habe es einen Zahnarztstuhl, Zangen, Skalpelle und Handschellen gegeben.

Die Polizei habe die Folterkammer entdeckt, bevor sie habe genutzt werden können. Potenzielle Opfer seien kontaktiert worden. Die Hinweise dafür bekamen die Ermittler den Angaben nach aus verschlüsselten Handydaten von Kriminellen, die französische Polizisten zuvor knacken konnten. Auf Grundlage dieser Daten haben Ermittler in den Niederlanden und in Großbritannien bereits hunderte Verdächtige festgenommen. Die sieben Männer wurden demnach bereits am 22. Juni gefasst.

Die Ankündigung vom Dienstag gab einen Einblick in die zunehmend gewalttätige Unterwelt in den Niederlanden, die in die Drogenherstellung und den Handel mit illegalen Substanzen verwickelt ist.

Opfer sollten gefoltert oder zumindest unter Druck gesetzt werden

„Sechs der Container waren als Zellen gedacht, um Leute zu fesseln und ein Container war als Folterkammer geplant“, sagte Andy Kraag, Leiter der zentralen Ermittlungsabteilung der niederländischen Polizei. Der Einsatz habe „eine Reihe von Kriminalverbrechen“ verhindert. Videoaufnahmen zeigten, wie schwer bewaffnete Polizisten eine Tür in einem Lagerhaus aufrissen und das selbstgebaute Gefängnis entdeckten. Ein weiteres Polizeiteam wurde bei der Festnahme eines Verdächtigen in Rotterdam gezeigt.

Mit Blick auf die mutmaßlichen Folterinstrumente teilte die Polizei mit, die Geräte hätten wahrscheinlich für die Folter von Opfern benutzt werden sollen „oder mindestens, um sie unter Druck zu setzen“.

In der vergangenen Woche hatte die niederländische Polizei bereits von einem Schlag gegen Drogenhändler berichtet. Mehr als 100 Verdächtige seien nach dem Hack der Handydaten festgenommen worden. Zudem wurden mehr als acht Tonnen Kokain und 1200 Kilogramm Crystal Meth sichergestellt. Es seien 19 Drogenlabore ausgehoben und Dutzende Waffen beschlagnahmt worden.

Die Ermittlung namens 26Lemont habe bereits großartige Ergebnisse gebracht, lobte Polizeichef Kraag. „Und glauben Sie mir, es werden noch viele Ergebnisse folgen.“




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