In Freiberg/Neckar Mit Schraubenzieher zugestochen? Ludwigsburger soll Nebenbuhler attackiert haben

Der Angeklagte soll sein Opfer an Kopf, Hals und Brust verletzt haben. Foto: Imago/Dreamstime

Ein 46-Jähriger aus Ludwigsburg muss sich wegen versuchten Totschlags vor dem Landgericht Stuttgart verantworten.

Der schlanke Mann, den die Justizbeamten in Handschellen in den Sitzungssaal des Stuttgarter Landgerichts führen, wirkt äußerlich völlig ruhig und in sich gekehrt. Doch möglicherweise hat er noch eine andere Seite. Das versucht die 19. Große Strafkammer des Landgerichts Stuttgart in den kommenden Wochen bis Anfang Februar herauszubekommen. Die Staatsanwaltschaft hat den 46 Jahre alten Mann aus Ludwigsburg wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung angeklagt.

 

Nach den Ermittlungen der Anklagebehörde hatte sich der Mann von seinem Sohn, der nicht nur als Chauffeur, sondern auch als Dolmetscher fungieren sollte, am Abend des 25. Juni dieses Jahres nach Freiberg fahren lassen. Dort habe er einen Mann zur Rede stellen wollen, den er verdächtigte, ein Verhältnis mit seiner Frau zu haben. Sein Plan soll gewesen sein, den Nebenbuhler im Auto mit dem Vorwurf zu konfrontieren. Zur Einschüchterung hatte der 46-Jährige laut Anklage ein Pfefferspray und einen Schraubenzieher dabei.

Pfefferspray ins Gesicht gesprüht

Gegen 19 Uhr sei er in der Danziger Straße in Freiberg auf den von ihm gesuchten Mann getroffen und habe diesen aufgefordert, in sein Auto zu steigen. Als dieser sich weigerte und drohte, die Polizei zu alarmieren, habe der Angeklagte diesem unvermittelt Pfefferspray ins Gesicht gesprüht. Anschließend soll er dem vermeintlichen Nebenbuhler mindestens sechsmal in den Hals- und Kopfbereich sowie in die Brust, die Schulter und die Hand gestochen haben. Dabei habe er tödliche Verletzungen seines Opfers zumindest billigend in Kauf genommen.

Als Anwohner auf das Geschehen aufmerksam wurden und den Angeklagten anschrien, soll dieser von dem Mann abgelassen haben, da er dachte, er habe ihn schon tödlich verletzt. Laut Anklage ist er dann mit seinem Sohn im Auto geflohen. Der Verletzte soll noch versucht haben, dies mit einem Griff in die offene Fensterscheibe zu verhindern. Diese sei aber nur zu Bruch gegangen.

Lebensgefährliche Verletzungen

Laut Anklage hat das Opfer potenziell lebensgefährliche Verletzungen erlitten und wurde ins Krankenhaus nach Ludwigsburg gebracht, wo der Mann notärztlich versorgt wurde.

Am ersten Prozesstag kündigte der Verteidiger des Angeklagten eine Erklärung zur Sache an. Der Prozess wird am 12. Januar fortgesetzt. Das Urteil soll nach drei weiteren Verhandlungstagen am 2. Februar verkündet werden.

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