In Leonberg-Warmbronn Weg geebnet für neues Wohnquartier – aber Sorge um Natur

Noch ist der Blick auf Warmbronn und den Kirchturm im Ortskern idyllisch: Im Vordergrund soll ein Wohnquartier entstehen. Foto: Nathalie Mainka

Im Leonberger Ortsteil soll ein Wohnquartier entstehen – mit betreutem Wohnen. Das Projekt rückt näher, auch wenn es als „nicht das glücklichste Gebiet“ gilt und Kritik hervorruft.

Das seit Jahren diskutierte Wohngebiet „Hinter den Gärten“ im Leonberger Ortsteil Warmbronn kommt einen wichtigen Schritt voran: Der städtische Planungsausschuss hat mehrheitlich grünes Licht für den Bebauungsplan gegeben. Damit sind die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen, dass in dem vorgesehenen Gebiet gebaut werden kann. Auch mit der notwendigen Änderung des Flächennutzungsplans war das Gremium einverstanden. Die finale Entscheidung über die rechtlichen Belange wird nun der Gemeinderat treffen.

 

Mit dem Projekt verfolgt die Stadt Leonberg das Ziel, „dringend benötigten Wohnraum in Warmbronn zu schaffen“, sagte der Baubürgermeister Klaus Brenner. Das etwa 2,1 Hektar große Gebiet liegt am nördlichen Rand des alten Warmbronner Ortskerns im Gewann „Hinter den Gärten“. Geplant ist ein neues Quartier mit unterschiedlichen Wohnformen, das über die Steigwaldstraße erschlossen wird.

Im Norden des Gebiets verläuft ein bisher landwirtschaftlich genutzter Weg, der künftig Teil der neuen Ringstraße sein soll. Südlich davon sind Mehrfamilienhäuser vorgesehen. Im Zentrum des Quartiers sollen Einfamilien- und Reihenhäuser entstehen. Im Nordwesten ist eine Wohnanlage für Senioren inklusive betreutem Wohnen geplant – seit Jahren hat der Ortschaftsrat dieses Projekt auf seiner Wunschliste.

Warmbronner wünschen sich Wohnanlage für Senioren

Weitere Reihenhäuser sind im Südwesten entlang kleiner Stichstraßen vorgesehen, die in Fuß- und Radwege übergehen. Für Autos sind Gemeinschaftsparkplätze geplant. Die Reihenhäuser sollen oberirdische Stellplätze entlang der Ringstraße erhalten. Für die Mehrfamilienhäuser und das Seniorenwohnen sind Tiefgaragen vorgesehen.

Kritiker des geplanten Wohngebiets warnen vor möglichen Hochwasserproblemen und negativen Folgen für Natur und Landschaft. Besonders die Grünen-Fraktion sowie Bürgerinnen und Bürger, die eine Petition gegen die Bebauung gestartet hatten, sehen Risiken für die ökologisch wertvolle Auenlandschaft am Maisgraben. Sie wollen die gewässerökologisch bedeutsame und klimarelevante Feuchtwiese schützen. Diese weise einen hohen Grundwasserstand auf, daher sei sie als Überflutungsgebiet ausgewiesen.

Noch ist der Kirchturm gut zu sehen. Foto: Nathalie Mainka

Zudem zweifeln die Gegner daran, dass dort tatsächlich bezahlbarer Wohnraum entstehen könne. Als Gründe nennen sie hohe Baukosten wegen des schwierigen Baugrunds sowie zusätzliche Maßnahmen zum Hochwasserschutz. Auch Veränderungen des Orts- und Landschaftsbildes sehen sie kritisch.

Grüne: Bauen in Auenlandschaften nicht sinnvoll

Und so äußerte die Grünen-Stadträtin Gudrun Sach erneut ihre Bedenken: „Die Grünen stimmen aus bekannten Gründen nach wie vor diesem Projekt nicht zu. Zumal auch der Bedarf an Wohnraum für Warmbronn nicht vollständig geklärt ist und im Ort derzeit viel gebaut wird.“ Laut Sach ist das Bauen in einer Auenlandschaft „ökonomisch und ökologisch nicht sinnvoll“.

Für Christa Weis (SPD) ist vor allem die geplante Wohnanlage für Senioren „die beste Lösung für Menschen, die dort leben und auch im Alter im Ort bleiben wollen“. In diesem Zuge habe man bereits vor Jahren entschieden, „nicht nur ein Gebäude zu bauen, sondern einen Bebauungsplan für das Gebiet zu erstellen“. Für Willi Wendel (CDU) sei „Hinter den Gärten“ nicht das glücklichste Gebiet, da es nicht leicht zu bebauen sei. „Doch der Wunsch kommt aus Warmbronn, deshalb stimmen wir zu.“

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