In Stuttgart-Ost groß geworden Rico von der Soko ermittelt zu Hause – in Gaisburg

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Die Soko-Folge „In guten Händen“ wurde zum Teil im Stadtteil Gaisburg gedreht. Benjamin Strecker, der den IT-Nerd Rico Sander im Soko-Team spielt, kennt sich dort bestens aus – er ist dort groß geworden.

Benjamin Strecker beim Drehtag an der Schurwaldstraße in Gaisburg. Im Gebäude dahinter war einst die Elektromotoren-Werkstatt, die er als Kind schon besuchte. Foto: Jürgen Brand 8 Bilder
Benjamin Strecker beim Drehtag an der Schurwaldstraße in Gaisburg. Im Gebäude dahinter war einst die Elektromotoren-Werkstatt, die er als Kind schon besuchte. Foto: Jürgen Brand

S-Ost - Ein Büro-Loft im Stuttgarter Osten, hell und hoch, inklusive Olivenbaum. Draußen am Eingang steht „Videa Versicherungsberatung“, drinnen unterhalten sich die Kommissare Seiffert, Stoll und Sander immer wieder mit dem Eigentümer der Versicherungsagentur. Die Soko Stuttgart ermittelt wieder. Donnerstag, 9. März, wird im ZDF um 18 Uhr die Folge „In guten Händen“ ausgestrahlt, in der die Lebensgefährtin des Versicherungsmaklers ermordet wird (ausgerechnet beim Waldfriedhof!).

Die Soko und damit auch der IT-Nerd Rico Sander ermitteln in alle Richtungen und natürlich auch in den Computern des Maklers. Der Drehtag in dem Büro-Loft in Gaisburg war für Benjamin Strecker eine Rückkehr nach Zuhause. Er kennt sich in Gaisburg und Umgebung bestens aus, er ist hier groß geworden. Und in dem heutigen Büro war der 34-Jährige schon vor ungefähr 30 Jahren zum ersten Mal. Damals sah es da allerdings noch ganz anders aus.

In der Klingenbach-Anlage radfahren gelernt

Benjamin Strecker wurde am 23. Dezember 1982 in Filderstadt geboren, wuchs aber in Gaisburg auf. Seinen Eltern wohnen noch heute fast in Sichtweite zum Drehort, an der Welzheimer Straße, fußläufig kaum 200 Meter von der Schurwaldstraße entfernt. „Ich habe im Klingenbach fahrradfahren gelernt, im Leo-Vetter-Bad schwimmen“, sagt Strecker am Rande der Dreharbeiten im vergangenen Juli. „Es ist seltsam vertraut, ich kenn den Weg allein, ich muss nicht nachfragen.“ Und er kennt tatsächlich auch den eigentlichen Drehort.

Der war vor 30 Jahren der Sitz der Firma Küenle Elektromotoren, die inzwischen nach Hemmingen umgezogen ist. Das heutige Büro war damals eine große Werkstatthalle, in der Elektromotoren repariert wurden. Die Firma und ihre Mitarbeiter pflegten einen guten Kontakt zur Nachbarschaft und auch zum nahen katholischen Herz-Jesu-Kindergarten, ebenfalls kaum 200 Meter entfernt ein bisschen weiter oben an der Schurwaldstraße direkt am Rand der Klingenbachanlage. Dorthin ging auch Benjamin Strecker als Kind. Und manchmal besuchten die Kindergartenkinder – zum Beispiel im Advent – die Arbeiter in der Werkstatt und brachten ihnen Selbstgebasteltes oder Weihnachtsplätzchen vorbei.

An der Grundschule Gaisburg „ein bisschen bockig“

Gaisburg ist für ihn mit einigen Erinnerungen verbunden. Zum Beispiel an die Modelleisenbahn der Familie Noller, die immer in der Adventszeit sozusagen im Schaufenster an der Welzheimer Straße steht. Außen ist in kindgerechter Höhe in Druckknopf angebracht, wenn man den drückt, gehen die Lichter an und die kleinen Züge fahren los. Der Schauspieler hat den Knopf oft gedrückt. Oder an den Sport beim Turnerbund Gaisburg. Oder an die Grundschule Gaisburg, in der er „ein bisschen bockig war“, wie er sagt.

Später besuchte Strecker die Waldschule in Degerloch, wo er sofort fühlte: „Da gehör ich hin. Viele Interessen hätte ich heute nicht ohne die Lehrer dort, die tolle Pädagogen waren.“ Schon der kleine Benjamin erzählte für sein Leben gern Geschichten, schlüpfte in andere Rollen. 2003 begann er sein Schauspiel-Studium am Max-Reinhardt-Seminar in Wien, sammelte Film- und Fernseherfahrung, war später auch Ensemblemitglied im Stadttheater Gießen.

2009 bekam er die Rolle des Rico Sander, diesem leicht autistischen Hochbegabten mit einem gewissen Geltungsbedürfnis, und entwickelt sie bis heute weiter. Damals kam er nach Stuttgart zurück – zog aber nicht etwa nach Gaisburg, sondern in den Stadtbezirk Münster, wo er auch heute noch lebt. „Ich wollte in keinen Stadtteil, den ich kannte“, sagt er. Im Stuttgarter Osten ist er trotzdem ziemlich oft, weil es auch noch etliche alte Freundschaften hier gibt. Strecker: „Wenn ich diesen familiären Freundeskreis nicht hätte, wäre ich vielleicht gar nicht so lange hier geblieben.“

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