Inauguration von Joe Biden Ein Kabinett, das aussieht wie Amerika

Deb Haaland soll das Innenministerium leiten. Foto: dpa/J. Scott Applewhite

Einen vielfältigen Mix an Menschen und Charakteren als Minister hat Joe Biden versprochen. Von der Ureinwohnerin bis hin zum ehemaligen Konkurrenten reicht nun das Tableau.

Politik/ Baden-Württemberg: Christian Gottschalk (cgo)

Stuttgart - Joe Biden steht für Verlässlichkeit. Diesen Eindruck versucht der 46. Präsident der Vereinigten Staaten zu vermitteln, und diesen Eindruck vermittelt sein Kabinett. Es sind größtenteils erfahrene Politiker und langjährige Weggefährten, die dem 78-Jährigen nun zur Seite stehen sollen. Ein paar Überraschungen gibt es aber doch – und noch muss der Senat jedem einzelnen Minister zustimmen. Wir geben einen Überblick über die Ministerien.

 

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Außenministerium

Es liegt in der Natur der Sache – der Außenminister wird zu den Kabinettsmitgliedern gehören, der am häufigsten im Flieger Richtung Europa sitzt. Da trifft es sich gut, dass der frühere Vize-Außenminister Antony Blinken (59) dem alten Kontinent zumindest als wohlgesonnen gilt. Unter den Präsidenten Clinton und Obama war Blinken schon in führenden Positionen tätig. Die vergangenen vier Jahre lehrte er an der Uni Chicago.

Verteidigungsministerium

Nicht nur die Frage eines möglichen Truppenabzugs macht diese Position für Deutschland besonders interessant. Der pensionierte Vier-Sterne-General Lloyd Austin (68) soll als erster Afroamerikaner in der US-Geschichte den Posten übernehmen. Biden begründete die Entscheidung unter anderem damit, dass der Minister die Auswirkungen des Krieges auf die Menschen kennen sollte. Bei seinen Einsätzen im Irak hat Austin damit Erfahrungen gesammelt.

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Finanzministerium

Janet Yellen (74) ist vielen noch als Präsidentin der Notenbank Fed bekannt. Von 2014 bis 2018 war sie Präsidentin der amerikanischen Zentralbank. Als erste Frau in der Geschichte soll die ausgewiesene Finanzexpertin nun das Ministerium führen. Problematisch: Nun muss sie Banken beaufsichtigen, von denen sie in den letzten Jahren als Rednerin ein Millionenhonorar bekommen hat.

Justizministerium

Merrick Garland (68) wäre gerne als Richter an den Obersten Gerichtshof gegangen, doch das wurde ihm 2016 von den Republikanern verwehrt, obwohl er kein Parteibuch besitzt. Seither arbeitet der erfahrene Richter am Bundesberufungsgericht der USA in Washington. Nicht auszuschließen, dass auch seine Position sehr schnell in den Fokus rückt – wenn die Justiz den dann ehemaligen Präsidenten Donald Trump belangen will.

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Innenministerium

Deb Haaland (60) soll die erste indigene Ministerin der US-Geschichte werden. Die Abgeordnete stammt aus dem südlichen Bundesstaat New Mexico und gehört dem Pueblo-Stamm Laguna an. Als Innenministerin wird Haaland für die Verwaltung von bundeseigenem Land und für Bodenschätze verantwortlich sein. In den Zuständigkeitsbereich fallen auch Indianer-Reservate und die Kontrolle über Nationalparks, Öl- und Gas-Förderanlagen.

Arbeitsministerium

Die Corona-Krise wird dem künftigen Arbeitsminister viel abverlangen. Marty Walsh (53), war bisher Bürgermeister von Boston – und früher lange Zeit Alkoholiker. Seit 1995 trinkt er keinen Alkohol mehr. Nach Angaben des Biden-Teams ist Walsh der erste frühere Gewerkschafter seit 50 Jahren in diesem Amt.

 

Heimatschutzministerium

Ganz egal, wie erfolgreich Alejandro Mayorkas (62) das Amt auch führen wird – US-Präsiden kann er nicht werden. Neben den designierten Ministern für Gesundheit (Xavier Becerra) und Bildung ( Miguel Cardona ) ist Mayorkas einer der Latinos im Kabinett – und in der kubanischen Hauptstadt Havanna geboren. Bereits als Baby kam er nach Miami.

Verkehrsministerium

Pete Buttigieg (38) war nur wenigen Politinteressierten bekannt – bis zur ersten Vorwahl der Demokraten 2019. Ein erster und ein zweiter Platz bei den beiden ersten Vorwahlen machten ihn bekannt. Der ehemalige Bürgermeister einer Kleinstadt in Indiana wäre der erste US-Minister, der sich offen zu seiner Homosexualität bekennt.

Klimaschutzbeauftragter

Der frühere Außenminister John Kerry (77) wird Sonderbeauftragter des Präsidenten für den Klimaschutz - und als solcher Mitglied des Nationalen Sicherheitsrats. Kerry war zwischen 2013 und 2017 Obamas Außenminister und damit auch US-Chefdiplomat bei der Unterzeichnung des Pariser Klimaschutzabkommens 2015. Die von Trump ausgesprochene Kündigung der Vereinbarung soll von Biden zurückgenommen werden.

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