Industrie 4.0 bei Bosch Wie Bosch die Fabriken schlau macht

Von Imelda Flaig 

Die Fabrik der Zukunft wird Wirklichkeit. Sie ist nicht menschenleer, sondern vernetzt. Wie sie funktioniert, will Bosch auf der diesjährigen Hannover Messe zeigen.

In der Fabrik der Zukunft läuft ohne Software nichts. Mensch, Maschine und Daten sind das Erfolgstrio. Foto: Bosch
In der Fabrik der Zukunft läuft ohne Software nichts. Mensch, Maschine und Daten sind das Erfolgstrio. Foto: Bosch

Stuttgart - Autonome Transportfahrzeuge liefern Komponenten zu digitalen Arbeitsplätzen, Roboter unterstützen Mitarbeiter in der Fertigung, die Qualitätsprüfung erfolgt mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI). Die Kommunikation zwischen Maschinen und Anlagen verläuft dank 5G reibungslos und nahezu in Echtzeit. Eine Vision, die Bosch in die Realität umsetzt, denn der Konzern zeigt auf der Hannover Messe die Fabrik der Zukunft.

Eine Milliarde Euro Umsatz 2022 mit Industrie 4.0

Industrie 4.0 heißt das Zauberwort und Bosch hat das Potenzial früh erkannt. Seit 2012 arbeitet das Unternehmen daran, Produktion und Logistik zu vernetzen und das zahlt sich aus, wie Bosch mitteilt. In den vergangenen vier Jahren hat der Stuttgarter Konzern über 1,5 Milliarden Euro mit Industrie 4.0-Anwendungen umgesetzt. 2022 will Bosch jährlich mehr als eine Milliarde Euro mit Industrie 4.0 erzielen.

„Industrie 4.0 rechnet sich“, sagt der für die Industrietechnik zuständige Bosch-Geschäftsführer Rolf Najork. Nach vorläufigen Zahlen legte der Bosch-Bereich 2018 um 8,9 Prozent auf 7,4 Milliarden Euro Umsatz zu,wechselkursbereinigt waren es plus elf Prozent. Mit digitalen und vernetzten Lösungen würden Fabriken effizienter, flexibler und produktiver, sagt Najork. Dies belegten Erfahrungen aus Bosch-Projekten. Im Werk in Blaichach im Allgäu etwa wurden durch den Einsatz moderner Fertigungstechniken die Stückzahlen bei ABS und ESP deutlich gesteigert – um 200 Prozent in sechs Jahren, ohne Erweiterung von Anlagen oder Zukäufe.

Auf der diesjährigen Hannover Messe, die am 1. April startet, präsentiert Bosch Rexroth das sogenannte ActiveShuttle, ein autonomes Transportfahrzeug, das Materialien vom Lager in die Produktion direkt dorthin befördert, wo sie benötigt werden. „Was nutzt eine hochautomatisierte Fertigung, wenn das Material nicht pünktlich in der richtigen Menge an der Produktionslinie ankommt?“, heißt es bei Bosch. Produktion und Logistik müssten zusammen gedacht werden, sagt Najork. Das Transportfahrzeug, das Mitarbeiter weder be- noch abladen müssen ist mit Laserscannern ausgestattet, findet seinen Weg selbst und ist sogar lernfähig.

Erfolgstrio Mensch, Maschine und Daten

Industrie sei ohne Software undenkbar, denn das Erfolgstrio der Fabrik der Zukunft bestehe aus Mensch, Maschine und Daten, so Bosch. In der Geschäftseinheit Bosch Connected Industry bündelt der Technologiekonzern seine Kompetenzen bei Software und Services unter dem Namen Nexeed. Damit ließen sich Transporte überwachen, Produkte effizient und rasch fertigen und rechtzeitig und sicher ausliefern.

Auch künstliche Intelligenz ist ein wichtiges Thema, denn mit deren Hilfe lernen Maschinen mit- und weiterzudenken. „Für Bosch ist KI eine Schlüsseltechnologie“, sagt Najork. Auch der neue Mobilfunkstandard 5G ist für viele Industrie 4.0-Anwendungen laut Bosch von zentraler Bedeutung. „5G wird das zentrale Nervensystem der Fabrik der Zukunft“, sagt Bosch-Forscher Andreas Müller. Noch in diesem Jahr will Bosch 5G in den eigenen Werken testen.