Industrie 4.0 Porsche und Schuler bauen Presswerk

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Innovativ wird das neue Gemeinschafts-Presswerk von Porsche und Schuler, das vermutlich nahe Leipzig angesiedelt wird. Die Fabrik soll flexibel sein und selbst kleine Produktionsgrößen effizient fertigen können, versprechen die Partner.

Ein Roboter hat gerade ein Karosserieteil  aus der  Presse genommen. Foto: Schuler
Ein Roboter hat gerade ein Karosserieteil aus der Presse genommen. Foto: Schuler

Stuttgart - Porsche und Schuler bauen gemeinsam ein innovatives Presswerk, in dem die Vorstellung einer digital vernetzten Produktion – Stichwort Industrie 4.0 – verwirklicht werden soll. Das Werk, wo künftig hochwertige Karosserieteile gefertigt werden, werde leistungsfähig und hoch flexibel sein und könne trotzdem kleine Losgrößen fertigen, teilten beide Unternehmen nach der Vertragsunterzeichnung mit. Alle Produktionsdaten sollen erfasst und analysiert werden. Die Partner wollen dabei neue Maßstäbe etwa bei der vorausschauenden Wartung setzen; so sollen Komponenten von Maschinen nicht mehr nach einem konkreten Terminplan ausgetauscht werden, sondern immer nur dann, wenn es tatsächlich erforderlich ist. Diese neue Umformtechnik ist einmalig, lobte ein Schuler-Sprecher.

Porsche und Schuler haben ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet, das eigenständig agieren soll und an dem beide Partner mit je 50 Prozent beteiligt sind. Die Unternehmen investieren jeweils eine zweistellige Millionenhöhe in das Unternehmen. 100 hochqualifizierte Arbeitsplätze – die Zahl soll in den Jahren bis auf 140 steigen – sollen dort tätig sein. Wo der Sitz sein wird, stehe noch nicht fest, steht in der Mitteilung. Doch vermutlich wird ein Standort in einem Umkreis von 25 bis 30 Kilometer von Leipzig gesucht. Dort betreibt Porsche ein Werk. Ziel sei nämlich, die Wege für die Karosserie-Teile kurz zu halten, um die CO2–Emissionen zu reduzieren.

Ein Werk für konventionelle und elektrische Porsche-Modelle

Wann Produktionsstart ist, ist unklar. Vorgesehen ist, dass die Fertigung etwa zwei Jahre nach dem Freigabe durch die Wettbewerbsbehörden erfolgt. Die Europäische Kommission hat bereits grünes Licht für die Pläne gegeben, doch noch steht die Zustimmung von etwa einem halben Dutzend Wettbewerbsbehörden aus. In dem neuen Werk sollen anspruchsvolle Karosserieteile sowohl für konventionell als auch elektrisch angetriebene Porsche-Modelle hergestellt werden. Schwerpunktmäßig würden dabei Außenhautteile aus Aluminium gepresst. Allerdings können die Schuler-Pressen auch Stahl bearbeiten. Es gebe zudem die Option, dass nicht nur Teile für Porsche, sondern auch für andere Hersteller gefertigt werden. Die jetzigen Pläne passen zu der Porsche-Strategie 2025. Demnach will der Sportwagenhersteller seine Kompetenz im Bereich Leichtbau konsequent ausbauen.