In der deutschen Autobranche ist heute schon jeder zehnte Mitarbeiter ein Blechkamerad. Weltweit werden 2020 allein in der Industrie rund drei Millionen Roboter zum Einsatz kommen, glaubt der internationale Herstellerverband IFR.

Berlin - Beim Einsatz von Robotern in der Industrie belegt Deutschland einen Spitzenplatz: Auf 10000 Industriearbeiter kommen hierzulande 309 Roboter, wie der Verband International Federation of Robotics (IFR) am Mittwoch mitteilte. In der Autobranche sei sogar jeder zehnte Mitarbeiter ein Blechkamerad. Höher als in Deutschland ist die durchschnittliche Roboter-Dichte nur in Südkorea, wo auf 10000 Fabrikarbeiter mehr als 600 dieser Maschinen kommen.

Im vergangenen Jahr waren in Deutschland laut IFR-Schätzung 189 000 Industrieroboter im Einsatz, die Hälfte davon in der Autoindustrie. Weltweit zählte der Verband rund 1,8 Millionen Industrieroboter, bis 2020 dürfte ihre Zahl auf drei Millionen steigen. Noch nicht eingerechnet sind dabei sogenannte Service-Roboter, die etwa in der Pflege sowie in Privathaushalten eingesetzt werden.

An der Branche hängen in Deutschland fast 60000 Jobs

Ein Großteil der prognostizierten Zuwächse dürften auf Asien entfallen. Dort werden auch die meisten Industrieroboter hergestellt. Deutschland liegt mit einer Jahresproduktion von zuletzt rund 24 000 Stück weltweit auf dem dritten Platz hinter Japan und Südkorea. Die rund 500 Unternehmen der Branche in Deutschland beschäftigten 2016 etwa 57 700 Menschen, neun Prozent mehr als im Vorjahr.

Befürchtungen, der Vormarsch der Maschinen werde die deutsche Volkswirtschaft insgesamt Arbeitsplätze kosten, wies IFR-Präsident Joe Gemma zurück. Vielmehr entstünden durch die Automatisierung interessantere Jobs, weil Menschen von Routine-Aufgaben entlastet würden, sagte der USA-Chef des deutschen Roboterherstellers Kuka.

Allerdings ist natürlich auch die Automatisierung von Routine-Aufgaben mit dem Verlust von Arbeitsplätzen verbunden. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit prognostiziert in einer Studie von 2015, dass der Übergang zur Industrie 4.0 in Deutschland bis 2025 rund 490 000 traditionelle Arbeitsplätze vernichten wird. Gleichzeitig würden durch die Automatisierung und die damit verbundenen Produktivitätszuwächse allerdings 430000 neue Jobs entstehen, schrieben die IAB-Forscher.

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