Industriekunst im Helferhaus „Unter Dampf“: Kunst zeigt Industrialisierung im Graphik-Kabinett Backnang

Joseph Maximilian Kolb, Ruhrort, Mitte 19. Jahrhundert, Stahlstich Foto: Stadt Backnang

Grafiken vom 18. bis zum 21. Jahrhundert zeigen im Backnanger Graphik-Kabinett, wie Künstler auf Industrialisierung und Dampfkraft reagierten. Die Ausstellung beginnt am 13. März.

Rems-Murr: Chris Lederer (cl)

Mit der Entwicklung der modernen Dampfmaschine im 18. Jahrhundert begann eine Epoche tiefgreifender Veränderungen. Dampfkraft prägte Produktion, Verkehr und Lebensräume. Fabriken entstanden, Eisenbahnlinien durchzogen die Landschaft, Bahnhöfe wurden zu neuen Verkehrsknotenpunkten. Dampflokomotiven und Dampfschiffe verkürzten Reisezeiten erheblich und verbanden Regionen und Kontinente enger miteinander.

 

Mit der Ausstellung „Unter Dampf! – Kunst und Industrialisierung“ widmet sich das städtische Graphik-Kabinett im Helferhaus in Backnang (Rems-Murr-Kreis) einem Thema, das die Welt nachhaltig verändert hat. Die Schau ist vom 13. März bis zum 28. Juni zu sehen. Zur Eröffnung führt die Kuratorin Simone Scholten am Freitag, 13. März, um 19 Uhr mit einem Lichtbildvortrag in die Ausstellung ein. Gezeigt werden ausgewählte Grafiken vom 18. bis zum 21. Jahrhundert. Sie stammen überwiegend aus der Ernst-Riecker-Sammlung und werden durch Leihgaben ergänzt. Die Arbeiten zeigen, wie Künstler auf die rasanten Umbrüche der Industrialisierung reagierten.

Neue Motive in der Kunst

Diese technischen Entwicklungen spiegeln sich auch in der Bildwelt der Künstler. Industrieanlagen, Brücken, Gleisfelder und Häfen erscheinen als neue Motive in einer sich wandelnden Landschaft. Gleichzeitig verweisen Arbeiterdarstellungen auf gesellschaftliche Veränderungen: Fabriken rücken näher an Wohnhäuser heran, industriell geprägte Arbeitswelten bestimmen zunehmend den Alltag.

Im 19. Jahrhundert wird Industrie häufig noch harmonisch in traditionelle Landschaftsbilder eingebunden. Im frühen 20. Jahrhundert rückt die Technik stärker in den Mittelpunkt der künstlerischen Aufmerksamkeit.

Dynamik der Technik als Bildmotiv

Besonders in den 1920er Jahren entdecken Künstler die dynamische Formensprache der technischen Infrastruktur. Gleise schneiden als lineare Strukturen durch die Landschaft, Stromleitungen und Industrieanlagen werden zu prägnanten Bildmotiven.

Die Ausstellung zeigt damit nicht nur technische Entwicklungen, sondern auch künstlerische Reflexionen über Fortschritt, Veränderung und neue Lebensrealitäten in einer industrialisierten Welt, heißt es in der Einladung.

Zu sehen sind Arbeiten unter anderem von Hans Baluschek, Andreas Eckener, Ben Katchor, Helmut Mühle, Reinhold Nägele, Gustav Schopf und Heinrich Seufferheld.

Öffnungszeiten und Eintritt

Der Eintritt ist frei. Geöffnet ist das Graphik-Kabinett im Helferhaus:

  • Dienstag bis Freitag: 16 bis 19 Uhr
  • Samstag: 11 bis 18 Uhr
  • Sonntag: 14 bis 18 Uhr

Feiertage: Karfreitag geschlossen. An Ostermontag, Tag der Arbeit, Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag und Fronleichnam geöffnet von 14 bis 18 Uhr.

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