Influenza im Kreis Böblingen So viele Krankmeldungen wegen der Grippe gibt es

Grippewelle aktuell: Es gibt einen deutlichen Anstieg der Krankmeldungen im Kreis­ ­Böblingen. Foto: dpa/Archiv

Aktuelle Zahlen der AOK aus dem Kreis Böblingen zeigen: Im Vergleich zum Jahreswechsel 2025 haben sich mehr als dreimal so viele Versicherte mit Grippe krankgemeldet.

Die Grippewelle ist in vollem Gange und sie kam in dieser Saison deutlich früher als in den Jahren zuvor. Das belegen nicht nur Berichte von niedergelassenen Ärzten und Kliniken, sondern auch das Robert-Koch-Institut (RKI) und die Krankenkasse AOK bestätigen die Entwicklung.

 

Unserer Zeitung liegen Daten von Versicherten der AOK aus dem Raum Stuttgart und speziell auch dem Kreis Böblingen vor. Sie zeigen eine vergleichsweise moderate Grippe-Inzidenz und steigende Krankmeldungen im Landkreis.

Rekordwerte vom Vorjahr nicht erreicht

Konkret liegt die Inzidenz in Kalenderwoche vier (19. bis 25. Januar) im Kreis Böblingen bei 15,2. Das bedeutet, dass in der besagten Woche pro 100 000 Einwohner ganz offiziell 15,2 neue Grippefälle hinzukamen. Die Dunkelziffer liegt vermutlich deutlich höher; denn dargestellt sind hier nur durch Labore bestätigte Grippe-Fälle. Nicht jeder Erkankte erhält eine Grippebestätigung und nicht jeder Grippebestätigte wird statistisch erfasst.

Während sich die Inzidenz noch moderat gestaltet, geht die Tendenz der Krankmeldungen im Kreis Böblingen stark nach oben. In Kalenderwoche vier haben sich pro 100 000 Versicherte dreieinhalbmal so viele bei der AOK versicherten Arbeitnehmer wegen der Influenza krankgemeldet (949) wie noch Ende Dezember. Vor vier Wochen erhielten noch 269 Personen pro 100 000 AOK-Versicherte eine Krankmeldung wegen einer Grippediagnose.

Am Rekord kratzen die Zahlen aber noch nicht. Dieser lag in Kalenderwoche sechs im Jahr 2025. Damals registriert die Gesundheitskasse kreisweit 1447 Krankmeldungen aufgrund einer Grippe-Diagnose.

Neue ansteckendere Virusvariante

Wie das RKI und das Europäische Zentrum für Krankheitskontrolle und Prävention (ECDC) bestätigen, setzte die Grippewelle in dieser Saison deutlich früher ein als sonst. Offiziell startete die Influenzawelle bereits im November – und damit noch vor dem 1. Dezember, dem meteorologischen Winteranfang. Das frühe Aufkommen führt die Wissenschaft auf die neue, ansteckendere Virusvariante „Sublade K, H3N2“ zurück. Im Kreis Böblingen berichteten unter anderem der niedergelassene Allgemeinmediziner Jürgen Nüssle von spürbar mehr Grippefällen in seiner Praxis. Auch der Herrenberger Hausarzt vernahm einen deutlich früheren Beginn der saisonalen Grippe.

Im Klinikverbund Südwest spielt die Influenza aktuell auch eine größere Rolle. In den Kliniken sind sowohl Patienten als auch das Personal vom Virus betroffen. Ein Sprecher des Klinikverbunds sagte gegenüber unserer Zeitung vor knapp zwei Wochen: „Wir verzeichnen wegen der Influenza ein hohes, aber beherrschbares Patientenaufkommen. Das merken wir in der Notaufnahme und den stationären Aufnahmen.“

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