Infoladen Nordbahnhofviertel Von der Straße auf die Schiene, lautet der Plan

Der Stammtisch fördert den Dialog zwischen Bahn und Anwohnern. Foto: Archiv  Steinert
Der Stammtisch fördert den Dialog zwischen Bahn und Anwohnern. Foto: Archiv Steinert

Im zweiten Infoladen-Stammtisch ging es um mögliche Entlastungen der Anwohner im Nordbahnhofviertel, was den Lastwagenverkehr angeht.

Filderzeitung: Rebecca Anna Fritzsche (fri)
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S-Nord - Das Thema Baulogistik bei Stuttgart 21 hat am Dienstagabend auf dem Programm des Infoladen-Stammtisches gestanden. Das regelmäßige Treffen wird vom Infoladen auf der Prag organisiert, darin sprechen Vertreter der Bahn und des Kommunikationsbüros für Stuttgart 21 mit Anwohnern.

Gleich zu Beginn angesprochen wurde der Lastwagenverkehr, mit dem der Erdaushub von der Stuttgart-21-Baustelle transportiert wird. Laut Planfeststellungsbeschluss ist es der Bahn erlaubt, öffentliche Straßen zu benutzen, solange die Baulogistikstraße und die zentrale Baulogistikfläche nicht eingerichtet sind. Dies ist für Frühjahr 2014 vorgesehen. Bis dahin wären die Anwohner mit dem Lastwagenverkehr belastet. Nun gibt es Überlegungen seitens der Bahn, diese Aushub-Transporte auf die Schiene zu verlagern. „Momentan befinden wir uns in der Testphase“, sagte Michael Schmidt vom Kommunikationsbüro des Bahnprojektes Stuttgart-Ulm. Laut Rainer Bücker, der bei der Bahn für den Straßenbau zuständig ist, seien die ersten Züge im Probelauf bereits gefahren. Es sei vorstellbar, bis zu 16 000 Tonnen am Tag mit dem Zug abzutransportieren. „Außerdem planen wir nun, den Aushub an der U 12-Baustelle Heilbronner Straße nicht fort zu schaffen“, sagte Bücker, „sondern an der Baustelle des Einkaufszentrums Milaneo wieder zu verbauen.“ Dort werde der Erdaushub sowieso benötigt. Das entspräche 23 000 Lastwagen, die dann nicht auf die Straße müssten, was eine Entlastung für das Nordbahnhofviertel bedeuten würde.

Die Lastwagen der Bahn fahren nur zwischen 7 und 20 Uhr

„Wir wollen weg von der Straße, und greifen der Baulogistikstraße vor, indem wir Provisorien nutzen“, sagte Schmidt. Ein solches Provisorium, so Rainer Bücker, sei etwa ein altes Gütergleis, das hinter dem Kino Ufa-Palast zum Nordbahnhof verlaufe. Momentan sei geplant, das Gleis zu entfernen und einen asphaltierten Weg zu bauen, um die Lastwagen darauf Richtung Baulogistikfläche fahren zu lassen, anstatt auf den öffentlichen Straßen rund um den Nordbahnhof. Dazu wollten einige Anwohner wissen, wie laut dies denn werde. „Wir könnten als Lärmschutzmaßnahme sagen, dass die Lastwagen nur Tempo 30 anstatt 50 fahren dürfen“, sagte Bücker. Zu den Klagen der Anwohner, dass derzeit so viele Lastwagen durch die Eckartstraße führen, sagte Bücker: „Das sind nicht wir, wir dürfen laut Planfeststellungsbeschluss nur zwischen 7 und 20 Uhr fahren.“ Von Jupp Klegraf, dem Vorsitzenden des Infoladens, kam die Anregung, die Lastwagen, die im Zuge von Stuttgart 21 unterwegs sind, mit gelben Aufklebern zu versehen, um sie erkennbar zu machen.

Eingangs hatte Michael Schmidt betont, dass die Bahn den Stammtisch weiterhin als informellen Dialog führen wolle. „Wir möchten auf normalem, unaufgeregten Niveau diskutieren“, sagte er. Dazu gehöre auch, dass Informationen, die die Bahn während der Stammtisch-Treffen gebe, sich durchaus noch einmal verändern könnten. „Denn die Anregungen der Bürger können mit einfließen.“

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