Infrastruktur Daimler gibt bei der Brennstoffzelle Gas

Von Frederike Poggel/dapd 

Dieter Zetsche kündigt an, dass Daimler zusammen mit dem Industriegase-Hersteller Linde 20 neue Wasserstofftankstellen errichten will.

Daumen hoch: Thomas Weber, Forschungschef bei Daimler (Mitte links), und der Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche (mit Zielflagge) nehmen die Testfahrer und ihre neongrünen B-Klasse F-Cell nach 125 Tagen wieder in Empfang. Foto: dapd
Daumen hoch: Thomas Weber, Forschungschef bei Daimler (Mitte links), und der Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche (mit Zielflagge) nehmen die Testfahrer und ihre neongrünen B-Klasse F-Cell nach 125 Tagen wieder in Empfang. Foto: dapd

Stuttgart - Die Botschaft, die Dieter Zetsche verbreitet, ist einfach: Wir kommen! Das signalisiert der Daimler-Vorstandschef mit jedem Satz, den er sagt an diesem aus seiner Sicht großen Tag für die Brennstoffzelle. 30.000 Kilometer haben die drei neongrünen B-Klasse F-Cell auf ihre Tachos gefahren, seit sie am 29. Januar, dem Tag des Festakts zum 125-Jahr-Jubiläum des Automobils, zu ihrer Weltumrundung aufbrachen. Am Mittwoch, 125 Tage später, kehrten sie zurück nach Stuttgart: ohne technische Ausfälle, ohne Sicherheitsprobleme im heißen australischen Outback, ohne Startschwierigkeiten im frostigen Himalajagebirge. "Wir haben bewiesen, dass die Zeit reif ist für die Brennstoffzelle", jubiliert Zetsche.

Den einzigen Knackpunkt, an dem die Technologie noch scheitern könnte, sieht er in der Infrastruktur. 200 Wasserstofftankstellen gebe es weltweit, sieben davon in Deutschland. Auf ihrer Weltumrundung durch vier Kontinente haben die Fahrerteams ihre B-Klassen an gerade mal drei Stellen betanken können, eine davon war der Stuttgarter Flughafen. Auf der Strecke blieben die Testfahrer nur deswegen nicht liegen, weil ein Lkw, beladen mit Wasserstofftanks, ihnen folgte.

Zetsche hat ein ehrgeiziges Ziel

Das ist nicht zufriedenstellend für einen Konzern, der bereits mehr als eine Milliarde Euro in die Brennstoffzelle investiert hat - und der die Technologie in absehbarer Zukunft in Serienreife bringen will. "Es muss Schluss sein mit unproduktiven Debatten", fordert Zetsche deswegen und nimmt sich selbst beim Wort: Er kündigt an, dass Daimler zusammen mit dem Industriegase-Hersteller Linde bundesweit 20 neue Wasserstofftankstellen errichten will. Sie sollen vor allem in der Gegend von Hamburg und Berlin gebaut werden, aber auch gewährleisten, dass Fahrern entlang der Hauptverkehrsrouten wie Hamburg- München der Sprit nicht ausgeht. "Wir machen Deutschland zum Vorreiter im weltweiten Wettlauf um Elektromobilität", formuliert Dieter Zetsche sein ehrgeiziges Ziel. "Damit lassen wir den gordischen Knoten platzen", schloss Andreas Opfermann aus dem Vorstand der Linde AG sich an.

Die erste Tankstelle soll schon 2012 in Betrieb gehen, die letzte in drei Jahren. Es soll ausschließlich regenerativ erzeugter Kraftstoff aus dem Zapfhahn strömen. Grüner Sprit also für ein Auto, das bei der Fahrt kein klimaschädliches Kohlendioxid ausstößt. Bei den Elektrofahrzeugen wird Wasserstoff getankt, den eine Brennstoffzelle in Strom umwandelt. Aus dem Auspuff kommt nur Wasser.