Stuttgart - Viele Jahrzehnte war der Neckar für die Menschen in der Region nicht mehr als ein eher ungeliebter und deshalb vernachlässigter Transportweg für Schwergüter. Die Rückbesinnung darauf, dass der Fluss auch ein attraktives Naherholungsziel mit einem hohen Freizeitwert sein kann, hat vor rund 15 Jahren unter anderem in Esslingen begonnen. Viel ist seither dort passiert, um den Neckar Stück für Stück wieder als wertvollen Teil des Stadtbilds ins Bewusstsein der Menschen zu rücken.
Mittlerweile gibt es in zahlreichen Neckarkommunen Initiativen, um den Fluss und die an ihn angrenzenden Gebiete besser erreichbar und attraktiver zu machen. Allerdings gibt es dabei Spielraum nach oben.
Das Freizeitangebot soll ausgebaut werden
Jetzt kommen zwei weitere Projekte mit einem gemeinsamen Ziel hinzu: Der Verband Region Stuttgart möchte in enger Kooperation mit der Internationalen Bauausstellung IBA ’27 die Aufenthaltsqualität am Neckar erhöhen und will dazu von den Bürgerinnen und Bürgern wissen, welche Wünsche sie für den Ausbau des Freizeit- und Erholungsangebots am Neckar haben. Um die Ideen zu sammeln, gibt es zum einen eine Online-Befragung. Zum anderen haben Neckarliebhaber im September bei drei Vor-Ort-Terminen in Besigheim, Mundelsheim und Remseck die Möglichkeit, Impulse für die Entwicklung der Neckarufer zu geben.
Lesen Sie aus unserem Angebot: Hafengebiet aufwerten
Im Mittelpunkt sollen dabei die bereits bestehenden Schiffsanlegestellen stehen, die zum Teil direkt am Neckartalradweg liegen, die sich also durchaus als Ausgangspunkte für unterschiedliche Wassersportaktivitäten und Ausflüge eignen würden, bisher aber oft noch ein Schattendasein fristen: Oft, so der VRS, sei die Umgebung dieser Anlegestellen nicht gerade einladend, und es fehlten auch ausgeschilderte Anbindungen an die in der Nähe liegenden Neckarkommunen. Ziel der VRS-Aktion ist es, diese Schiffsanlegestellen aufzuwerten und als Aufenthaltsort für Sport und Spiel, aber auch für das Naturerlebnis zu etablieren.
Auch online kann man sich beteiligen
Bei der Online-Aktion geht es um ähnliche Fragen: Welche Rolle spielt der Fluss für die Bürgerinnen und Bürger? Was wünschen sie sich für einen Aufenthalt am Fluss? Und wie könnten die Gegebenheiten verbessert werden? Die Ergebnisse sollen dem interkommunalen Projekt „Adressen am Fluss“ als Grundlage dienen, um die Flusslandschaft aufzuwerten. Zunächst richtet sich der Blick auf Stuttgart flussabwärts bis Kirchheim am Neckar. Ziel ist es, die dabei gewonnenen Erkenntnisse auf weitere Orte zu übertragen.
Basierend auf den Ergebnissen werden Studierende der Fachbereiche Stadt- und Landschaftsplanung sowie Architektur aus Hochschulen der Region im kommenden Frühjahr 50 Ideen für die Neckarorte weiterentwickeln. Diese sollen den Kommunen eine konzeptionelle Grundlage für die weitere planerische Entwicklung geben.
Hier können Sie Ihre Ideen für den Neckar einbringen
Vor-Ort-Termine
Der Verband Region Stuttgart (VRS) lockt mit einer kostenlosen Portion Pommes rot/weiß interessierte Bürger zu drei Vor-Ort-Terminen an den Neckar. Am Samstag, 11. September, warten die VRS-Experten von 12 bis 15 Uhr am Bootshafen Walter in Besigheim, am 12. September, ebenfalls von 12 bis 15 Uhr, am Neckarufer bei der Käsberghalle in Mundelsheim und am 23. September von 13 bis 18 Uhr auf dem Marktplatz von Remseck am Neckar.
Online-Umfrage
Wer seine Vorschläge zur Aufwertung des Neckars online und vollkommen anonym einbringen möchte, hat dazu bis zum 15. Oktober die Gelegenheit – und zwar unter dem Link: https://arcg.is/1Wr4b0.