Innenstadt von Renningen Ernst-Bauer-Platz bekommt kein öffentliches WC
Der Gemeinderat lehnt die Anregung des Seniorenrats ab. Die Kosten-Nutzen-Rechnung geht nicht auf. Eine Alternative soll das Klo am Kirchplatz sein.
Der Gemeinderat lehnt die Anregung des Seniorenrats ab. Die Kosten-Nutzen-Rechnung geht nicht auf. Eine Alternative soll das Klo am Kirchplatz sein.
Vorerst kommt kein öffentliches Klo auf den Ernst-Bauer-Platz. So hat es der Gemeinderat Renningen auf Empfehlung der Verwaltung hin entschieden. Die Anregung, eine weitere öffentliche Toilette in der Stadt einzurichten, war vom Stadtseniorenrat gekommen.
Der Ernst-Bauer-Platz ist durch seine große Freifläche nicht nur ein beliebter Standort für Veranstaltungen, dort findet auch jeden Freitag der Wochenmarkt statt. Eine öffentliche Toilette gibt es in näherer Umgebung jedoch nicht. „Eine Verbesserung der derzeitigen Situation ist unumstritten notwendig“, heißt es vonseiten der Stadtverwaltung. Jedoch wäre eine Toilettenanlage mit hohen Bau- und Folgekosten verbunden, die Kosten-Nutzen-Rechnung geht aus Sicht der Verwaltung nicht auf. Der Vorschlag lautet daher, zunächst die Toilette am Kirchplatz, die üblicherweise nur in Zusammenhang mit Vereinsfesten geöffnet ist, durchgehend zur Verfügung zu stellen. Das neue Rathaus nördlich des Ernst-Bauer-Platzes könnte die Situation weiter verbessern.
„Wir sehen hier erst mal keine Notwendigkeit“, sagte der Bürgermeister Wolfgang Faißt (Freie Wähler). Er sah im Bau einer neuen öffentlichen Toilettenanlage, so wünschenswert sie auch sei, vor allem für Familien mit kleinen Kindern und ältere Menschen, mehrere Schwierigkeiten. Eine ist die Standortfrage. Die Anlagen müssten am Rande des Platzes aufgestellt werden. Infrage käme lediglich das nahe gelegene Baumbeet sowie die Parkplätze an der Wiesenstraße. „Als Konsequenz würden jedoch mindestens drei Stellplätze entfallen“, so der Bürgermeister. Bei der Beet-Variante müsste der Baum weg.
Das zweite Thema sind die Kosten. Je nach Variante käme die Einrichtung auf einen hohen fünfstelligen oder sogar sechsstelligen Betrag. Bei einer selbstreinigenden Toilette würden die Personalkosten für die Reinigung entfallen, dafür wäre sie in der Anschaffung teurer und würde einen Wasseranschluss benötigen. „Aus finanzieller Sicht, aber auch in personaltechnischer Hinsicht ist ein weiteres Bauobjekt derzeit nicht umsetzbar“, heißt es von der Verwaltung.
Die Stadt verfügt derzeit über zwei öffentliche Toilettenanlagen. Die eine befindet sich am Bahnhof, etwa 800 Meter vom Ernst-Bauer-Platz entfernt, die andere am Kirchplatz, was aber immer noch mindestens 300 Meter Fußweg bedeutet. „Das ist nicht optimal, aber es wäre eine Option“, so Wolfgang Faißt mit Blick auf den Kirchplatz. Das dortige WC wird momentan nur ein paarmal im Jahr genutzt. Wird es fortan durchgehend zur Verfügung gestellt, fallen Reinigungskosten an, etwa 50 000 Euro im Jahr. Bei geringen Nutzungszahlen wäre es weniger.
Eine weitere Verbesserung für Besucher des Ernst-Bauer-Platzes würde zudem das neue Rathaus bringen. Das bisherige Volksbankgebäude wird dafür umgebaut und erweitert, es liegt um die 250 Meter vom Ernst-Bauer-Platz entfernt. In Weil der Stadt und Rutesheim beispielsweise können die Toiletten in den Rathäusern für Besucher geöffnet werden, wenn im näheren Umfeld Veranstaltungen oder Wochenmärkte sind, auch außerhalb der Öffnungszeiten. Diese Möglichkeit wird nun auch für den geplanten Rathausanbau geprüft; ob ein Zugang zu den WCs möglich ist, ohne dass die Büros zugänglich sind.