Innenstadtentwicklung Steinheim Klares Ja zum Millionenprojekt

So soll das neue Steinheimer Rathaus aussehen – es wird rund 10 Millionen Euro günstiger als ursprünglich; das liegt vor allem daran, dass auf ein Untergeschoss verzichtet wird. Foto: baurmann.dürr

In Steinheim wird ein neues Rathaus gebaut. Anfang 2025 soll mit dem Bau begonnen werden. Umgesetzt wird es in Stahlbetonweise für 19,8 Millionen Euro. Holz wäre dem Klimaschutz dienlicher, aber auch eine Million Euro teurer gewesen.

Ludwigsburg: Karin Götz (kaz)

Kaum einmal wurde in einer Sitzung des Steinheimer Gemeinderates das Adjektiv „historisch“ so oft benutzt, wie am Dienstagabend als das Ratsgremium den Bau eines neuen Rathauses beschloss. Einstimmig. Nicht einig war sich die Runde hingegen bei der Frage der Bauweise beziehungsweise bei der Wahl des Materials. Stahlbeton oder Holz? Der künstliche Baustoff habe eine fürchterliche CO2-Bilanz hatten die Grünen und die SPD gemahnt. Doch am Ende übertrumpfte das Kostenargument den Klimaschutz, denn ein neues Rathaus in Stahlbetonweise kostet – Stand heute – 19,8 Millionen Euro und damit 1,1 Millionen Euro weniger als eines in Holzbauweise. Lediglich CDU-Rat Jürgen Weis schloss sich der rot-grünen Allianz an.

 

Läuft alles nach Plan wird im ersten Quartal 2025 mit dem Bau begonnen. Rathauschef Thomas Winterhalter rechnet mit einer Bauzeit von zwei bis zweieinhalb Jahren. Zurzeit laufen die Artenschutzmaßnahmen. Der geschotterte Platz neben dem Marktplatz sei viele Jahre ein Eidechsenparadies gewesen, sagt Bürgermeister Winterhalter. „Da konnte es sein, dass die Eidechsen zwischen den Füßen durchlaufen, wenn man sein Eis gegessen hat.“ Im Herbst werden die Tiere in ihr neues Zuhause hinter dem Backhaus umgesetzt.

Im Januar war den Steinheimer Stadträten eine Kostenschätzung über 27,9 Millionen Euro vorgestellt worden. Daraufhin hatten sie sich für einen Projektstopp ausgesprochen und das Prüfen von Alternativen gefordert. Die Sanierung und Aufstockung des ehemaligen Kaufhauses Groß, hätte 18,6 Millionen Euro gekostet. Allerdings waren dort keine Räume für das Stadtarchiv vorgesehen, im Neubau schon. Also plante das Architekturbüro den Neubau ebenfalls ohne Archiv und siehe da, die Kostenreduzierten sich um rund zehn Millionen Euro. Hauptgründe sind der Wegfall des Kellergeschosses, eine um 3,10 Meter schmälere Kubatur sowie eine Absenkung der Firsthöhe um 1,25 Meter am Hauptgebäude.

Der Verzicht auf ein Untergeschoss hat jedoch noch einen weiteren Vorteil: Bei den bereits erfolgten Untergrunduntersuchungen des Landesdenkmalamtes seien denkmalgeschützte Substanzen gefunden worden, berichtet Thomas Winterhalter. „Da wir jetzt aber auf einen Keller verzichten, werden wohl keine weiteren Grabungen notwendig sein.“

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