Innovationsstrategie für Baden-Württemberg Start-ups fordern Wachstumsfonds im Land

Große Events wie der Start-up-Gipfel 2019 sind zurzeit nicht möglich – aber das Land soll an der  Sichtbarkeit der Gründerszene weiter arbeiten. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth
Große Events wie der Start-up-Gipfel 2019 sind zurzeit nicht möglich – aber das Land soll an der Sichtbarkeit der Gründerszene weiter arbeiten. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

In den vergangenen fünf Jahren hat das Land rund 100 Millionen Euro in die Start-up-Förderung investiert – nun wollen Gründervertreter einen weiteren Schub.

Wirtschaft: Andreas Geldner (age)

Stuttgart - Als Anschub für einen wirtschaftlichen Neustart nach der Corona-Krise, fordern Start-ups in Baden-Württemberg eine kräftige Aufstockung der Haushaltsmittel für innovative Neugründungen. Das Land habe in den vergangenen fünf Jahren rund 100 Millionen Euro insbesondere zur Finanzierung von Start-ups in der Frühphase und jüngst auch in ein Corona-Rettungsprogramm investiert.

Nun gelte es den rund 200 geförderten Start-ups auch eine langfristige Wachstumsperspektive zu sichern, sagte Adrian Thoma, Sprecher des Bundesverbands Deutsche Start-ups in Baden-Württemberg, der damit auch für einen neuen informellen Zusammenschluss von Start-up-Interessierten im Land spricht, die vor der Landtagswahl ihre Interessen bündeln wollen.

Wachstumsfonds mit Kofinanzierung durch das Land

Erstens soll das Land einen Wachstumsfonds aufsetzten, der nach dem Muster des Frühphasenprogramms Start-up BW Pre-Seed für erfolgreiche Unternehmen die Anschlussfinanzierung sichern hilft. Dort werden Landesmittel mit Geldern von privaten Investoren gebündelt. Der Landesanteil, der in dieser frühen Phase bis zu 80 Prozent der Finanzierungssumme betragen kann, könne in einem solchen Programm niedriger sein. „Sich insgesamt genügend Geld zu beschaffen, liegt natürlich in der Verantwortung der Gründerteams“, sagt Thoma.

Zweitens soll das Land Start-ups mit Expansionsaussichten noch stärker bei der internationalen Sichtbarkeit unterstützen, insbesondere bei den Kontakten zu internationalen Spitzeninvestoren. Damit sollen die bisherigen Bemühungen um die überregionale Sichtbarkeit verstärkt werden.

Mehr Gründergeist aus Unternehmen heraus

Und drittens brauche es angesichts des Umbruchs in etablierten Branchen eine gezielte Unterstützung des Gründergeistes in Unternehmen – also Programme, die in Zusammenarbeit mit den Firmen Mitarbeiter ermuntern, ihre eigenen Start-up-Ideen aufzusetzen. „Hier gibt es bisher noch kein entsprechendes Angebot“, sagt Thoma.

Insgesamt gehe es darum, jenseits der bisherigen Programme in der kommenden Legislaturperiode einen weiteren dreistelligen Millionenbetrag obendrauf zu setzen. Dieses Geld sei insofern sinnvoll angelegt, weil nur so sichergestellt sei, dass die bisherigen Investitionen des Landes in Start-up auch tatsächlich in Gestalt von nachhaltigen Wachstumsunternehmen ihre Früchte tragen. Ohne eine neue Gründerzeit werde nämlich der große Branchen wie den Automobil- oder den Maschinenbau erfassende Strukturwandel nicht zu verkraften sein.

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