Innovatives Projekt vorgestellt Warmes Therme-Abwasser könnte Böblinger Freibad heizen
Die Böblinger Therme verfolgt ein innovatives Konzept. Sie will das ohnehin warme Abwasser nutzen und daraus Energie gewinnen.
Die Böblinger Therme verfolgt ein innovatives Konzept. Sie will das ohnehin warme Abwasser nutzen und daraus Energie gewinnen.
Die Mineraltherme Böblingen will mit einem neuen Verfahren aus dem warmen Abwasser der Therme CO2-frei Energie gewinnen. Diese Energie könnte offenbar ausreichen, in den Sommermonaten das benachbarte Böblinger Freibad vollständig zu versorgen.
Auf dem diesjährigen Ressourceneffizienz- und Kreislaufwirtschaftskongress Baden-Württemberg in Stuttgart hat die Mineraltherme zusammen mit ihren Partnern, der Jaske & Wolf Verfahrenstechnik GmbH und den Stadtwerken Böblingen, ihre Pläne vorgestellt.
Es geht laut einer Mitteilung der Böblinger Stadtwerke darum, Wärme aus dem sogenannten „Schlammwasser“, das bei der Wasseraufbereitung in der Therme entsteht und ohnehin warm ist, zurückzugewinnen. Dieses bis zu 36 Grad heiße Wasser wird bislang ungenutzt in die Kanalisation geleitet.
Durch einen neu entwickelten Wärmetauscher könnte die Energie laut Mitteilung zukünftig sowohl in der Therme selbst genutzt als auch an die Stadtwerke Böblingen weitergegeben werden. Therme-Chef Wolfgang Hermle hatte unserer Zeitung im Frühjahr von der Idee berichtet.
Die Böblinger Therme könnte demnach die erste in Baden-Württemberg werden, die diese Technik einsetzt. Sie funktioniert, vereinfacht gesagt, so: Durch ein dünnes Rohr in einem größeren Rohr fließt gebrauchtes, warmes Wasser und gibt seine Wärme an Frischwasser ab, das um das kleine Rohr herum fließt – tauscht also die Wärme aus.
Wie die Stadtwerke weiter berichten, wurde durch das Förderprogramm „Klimaschutz Plus“ des Umweltministeriums eine Machbarkeitsstudie zu diesem Thema genehmigt. Ersten Ergebnisse zufolge, ist die gewonnene Abwärme demnach nicht nur CO2-neutral, sondern reicht aus, um das Böblinger Freibad in den Sommermonaten vollständig zu versorgen. Weitere Optionen zur Abwärmenutzung würden derzeit geprüft.
„Das Projekt zeigt, wie viel Potenzial in vermeintlichen Reststoffen steckt, die bisher ungenutzt blieben“, lässt sich Hermle in der Mitteilung zitieren. Böblingens Oberbürgermeister Stefan Belz (Grüne) zeigte sich demnach auf dem Kongress beeindruckt: „Wenn wir es schaffen, die Abwärme der Mineraltherme für unser Freibad zu nutzen, ist das ein doppelter Gewinn – für den Klimaschutz und für eine effiziente kommunale Infrastruktur.“