Insektensterben Start-up-Unternehmen will Bienen zählen

Von red/dpa 

Mithilfe cleverer Technik und künstlicher Intelligenz will ein Start-up Bienen vollautomatisch zählen und eine Art Google Maps für ihren Lebensraum erstellen. Gefördert wird das Projekt durch die EU.

Wer das Bienensterben erforschen will, muss erst einmal die Bienen zählen. Foto: Alexandra Kratz
Wer das Bienensterben erforschen will, muss erst einmal die Bienen zählen. Foto: Alexandra Kratz

Karlsruhe - Ein Karlsruher Start-up will mithilfe kleiner, Bienen zählender Apparaturen das Bienensterben erforschen und eine Art Google Maps für diese Tiere und ihren Lebensraum erstellen. Dafür werden derzeit nach Worten von Gründerin Katharina Schmidt über die ganze Stadt verteilt Bienenstöcke mit Hightech-Geräten bestückt, in denen Kameras die Tiere mittels Künstlicher Intelligenz erkennt und beim Ein- und Ausfliegen filmen.

Das Insektensterben soll besser verstanden werden

„Wir sehen also, wie viele überhaupt zurückkehren und können daraus ableiten, ob in der Umgebung des Stockes was falsch läuft für die Tiere.“ Die Gründer von apic.ai versprechen sich davon eine verlässliche Datenbasis, mit der die Ursachen des Insektensterbens besser verstanden werden können.

Das unter anderem mit EU-Geld geförderte Projekt sei ein gelungenes Beispiel dafür, in wie vielfältiger Weise Baden-Württemberg von der EU profitiere, sagte dazu Steffen Schulz, Sprecher der Münchner Vertretung der Europäischen Kommission. Viele Menschen wüssten nicht, was aus EU-Fördertöpfen in den Südwesten flösse, erklärte er vor den Europawahlen am 26. Mai.

Aus Brüssel fließen 1,2 Milliarden Euro in den Südwesten

Seinen Worten zufolge bekommt der Südwesten im derzeit laufenden Förderzeitraum von 2014 bis 2020 rund 1,2 Milliarden Euro aus diversen EU-Strukturfonds. Mit rund 260 Millionen würden dabei etwa über den Sozialfonds ESF Projekte zu Beschäftigung, Bildung oder Unternehmensgründungen gefördert - bislang 4200 Einzelprojekte mit einer durchschnittlichen Summe von 55 000 Euro. EFRE, der Fonds für Regionale Entwicklung, schütte rund 247 Millionen Euro aus.

Was in der kommenden EU-Förderperiode zwischen 2021 und 2027 nach Deutschland fließt, stehe noch nicht fest. Welches Bundesland dann wie viel EU-Geld erhält, wird nicht in Brüssel, sondern auf Bundesratsebene entschieden.