Insektensterben und Pflanzenschutzmittel Wie gefährlich sind Spritzmittel?

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Der massive Rückgang der Insekten hat viele Menschen erschüttert. Pflanzenschutzmittel stehen im Verdacht, zu den Hauptverursachern zu zählen. In einer Artikelserie beleuchten wir unterschiedliche Aspekte.

Viele Felder werden intensiv gespritzt. Die Auswirkungen der Pflanzenschutzmittel auf die Tier- und Pflanzenwelt sind höchst strittig. Foto: dpa
Viele Felder werden intensiv gespritzt. Die Auswirkungen der Pflanzenschutzmittel auf die Tier- und Pflanzenwelt sind höchst strittig. Foto: dpa

Stuttgart - An der Realität des Insektensterbens gibt es keine ernstlichen Zweifel mehr. Auch wenn einzelne Studien immer wieder kritisiert werden, so zeigt der Trend insgesamt eindeutig nach unten. Wie stark Pflanzenschutzmittel zum Rückgang der Artenvielfalt beitragen, ist noch nicht geklärt. Das renommierte Helmholtz-Institut in Leipzig geht aber davon aus, dass Spritzmittel etwa die Artenvielfalt in Gewässern um bis zu 42 Prozent reduzieren: „Agrochemikalien stellen ein globales Risiko für Gewässer dar“, sagt der Forscher Matthias Liess.

In einer Artikelserie porträtieren wir Menschen, die täglich mit dem Thema zu tun haben – als Landwirt, Naturschützer oder Wissenschaftler. Sie können in den einzelnen Artikeln ihre Perspektive ausführlich schildern. In der Gesamtheit der Texte soll sich zuletzt im besten Fall ein facettenreiches Gesamtbild ergeben. Flankierend veröffentlichen wir Artikel zu einzelnen Problemfällen.

Den Auftakt der Serie macht ein Text mit sieben Fakten rund um Pflanzenschutzmittel. Den Artikel finden Sie hier.

Der Landwirt Werner Kunz aus dem Kraichgau erläutert, warum er bisher nicht auf Spritzmittel verzichten kann. Das Porträt finden Sie hier.

Der Ornithologe Peter Berthold gilt in Deutschland als Vogelpapst. Gegenüber dem 19. Jahrhundert sei die Zahl der Vogel heute um 80 Prozent gesunken. Das Porträt finden Sie hier.

Rund 45 Bauern im Kraichgau verzichten beim Getreideanbau ganz auf Pflanzenschutzmittel. Das sei ganz einfach, sagt Landwirt Roland Waldi. Das Porträt finden Sie hier.

Manfred Büchele ist Agrarwissenschaftler und Leiter des Kompetenzzentrums Obstbau in Bavendorf bei Ravensdorf. Er forscht nach Möglichkeiten, mit möglichst wenig Spritzmitteln auszukommen; eine Welt ganz ohne Pflanzenschutzmittel hält er aber nicht für denkbar. Das Porträt finden Sie hier.

In Hohenlohe ist die Welt noch in Ordnung – das sagt zumindest der Wildbienenexperte Rainer Prosi für die Gegend um Crailsheim. Aber auch er sieht die Entwicklung mit Sorge. Das Porträt finden Sie hier.

Rainer Ganter ist Öko-Bauer aus Leidenschaft, und das seit 30 Jahren. Er verzichtet komplett auf synthetische Spritzmittel. Wie das geht, lesen Sie hier.

Die Landeswasserversorgung ist alarmiert: Mehrfach hat sie Glyphosat in Bächen und Gräben im Trinkwassereinzugsgebiet gefunden. Die Politik bleibt untätig. Den Artikel finden Sie hier.

Niemand weiß, wie viele Pflanzenschutzmittel in Baden-Württemberg ausgebracht werden. Das Agrarministerium sieht keine Notwendigkeit, daran etwas zu ändern. Den Artikel finden Sie hier.

Drei Landkreise am Bodensee haben in kleinen Bächen und Gräben eine erschreckende Artenarmut nachgewiesen. Mit strenger Hand sorgen sie jetzt dafür, dass die Obstbauern die Abstände zu Gewässern einhalten und moderne Spritzgeräte verwenden, bei denen der Wind die Gifte nicht so stark wegwehen kann. Den Artikel finden Sie hier.

Der Naturschutzbund Baden-Württemberg hat den ersten Pestizidbericht des Landes veröffentlicht. Eine Senkung um 50 Prozent sei möglich, sagt Nabu-Chef Johannes Enssle. Den Artikel finden Sie hier.

Die Porträtreihe wird fortgesetzt. Ein Öko-Landwirt und ein Wissenschaftler der BASF werden noch zu Wort kommen.