Die Belegschaft hatte die Betriebsversammlung am Donnerstag mit Spannung erwartet. So mancher klammert sich noch immer an den letzten Strohhalm, auch wenn die Zeichen spätestens seit dem Absprung eines potenziellen Interessenten aus Deutschland auf Abwicklung stehen. „Die Hoffnung, dass noch ein Investor kommt, hat keiner mehr“, sagt jedoch Michael Pluta, Insolvenzverwalter von Allgaier Automotive in Uhingen. „Wir planen mit Realitäten.“
Ist für eine Qualifizierungsgesellschaft genug Geld da?
In der Jahresabschluss-Veranstaltung sei es darum gegangen, das Jahr Revue passieren zu lassen und die Belegschaft auf den aktuellen Stand zu bringen. Seit einer Woche werden Interessen- und Sozialplan verhandelt, sagt Pluta. Bis Februar soll beides in trockenen Tüchern sein. Nach und nach gebe es weniger Aufträge, „es geht nun darum, die Leute, die man dringend braucht, zu motivieren und an Bord zu halten“, macht der Sanierungsexperte deutlich. „Das Ganze ist ein dynamischer Prozess. Und wir müssen diese Herausforderung mit der aktuellen Arbeitsmarktlage in Einklang bringen“, fügt er hinzu. Zudem sei die Frage zu klären, wer diese Phase der Abwicklung beziehungsweise „die Wünsche des Betriebsrats“ bezahlt. Unter anderem sei eine Qualifizierungsgesellschaft für die Beschäftigten im Gespräch, um ihnen bessere Chancen auf der Jobsuche zu ermöglichen. Konkrete Schritte seien jedoch noch nicht beschlossen, betont Pluta.
Wenn nicht noch ein Wunder passiert und doch noch ein Investor auftaucht, werden Ende 2025 in dem Uhinger Traditionsbetrieb die Lichter ausgehen. Die Fortführungsvereinbarung, die alle Autohersteller unterzeichnet haben, gibt dem Unternehmen einen Planungshorizont bis Ende kommenden Jahres. Pluta macht keinen Hehl daraus, dass es auf dem Weg dorthin Beschäftigte geben wird, die keine Arbeit mehr haben. „Es sind aber derzeit keine Entlassungswellen geplant. Das regeln wir im Interessen- und Sozialplan.“