Insolvenz des Feinkosthändlers Aus für Schlemmermeyer in Stuttgart

Feinkosthändler Schlemmermeyer muss elf von 14 Filialen schließen. Foto: Schlemmermeyer

Der insolvente Münchner Feinkosthändler Schlemmermeyer wird noch im Juli elf seiner 14 Filialen schließen – darunter auch das Geschäft in Stuttgart.

Wirtschaft: Imelda Flaig (imf)

Ende Mai hatte Feinkosthändler Schlemmermeyer Insolvenz angemeldet, jetzt steht fest, dass es für den Großteil der Filialen keine Zukunft gibt. Auch die Filiale in Stuttgart wird geschlossen. Dort sind 15 Mitarbeiter betroffen. Potenzielle Investoren gibt es nur für die Standorte München und Augsburg.

 

Insgesamt müssen elf von bundesweit 14 Filialen schließen, voraussichtlich mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens Ende Juli, wie der vorläufige Insolvenzverwalter Michael Jaffé mitteilte. Die Beschäftigten wurden am Mittwoch, 5. Juli, informiert.

Die seit dem Insolvenzantrag Ende Mai erzielten Umsätze deckten nur zu einem kleinen Teil die anfallenden Kosten. „Wir müssen deshalb elf Filialen noch im Juli schließen, weil es hierfür keine Möglichkeit einer Fortführung gibt. Dies gilt nicht für unsere Filialen in München und Augsburg“, hieß es seitens der Geschäftsführung. Der vorläufige Insolvenzverwalter habe dieser Maßnahme bereits zugestimmt.

Beschäftigte haben gekündigt oder wurden abgeworben

Rund 130 Mitarbeiter sind über das Insolvenzgeld noch bis Ende Juli 2023 gesichert. „Danach müsste das Unternehmen diese wieder selbst bezahlen, wozu die erzielbaren Einnahmen nicht ausreichen“, so die Geschäftsführung. Ein Teil der Beschäftigten habe bereits von sich aus gekündigt oder wurde von Konkurrenten abgeworben.

Der Feinkosthändler hatte zuletzt stark unter der rasch steigenden Inflation sowohl im Einkauf als auch durch die darauf folgende Kaufzurückhaltung der Kunden gelitten. Bereits im Jahr 2019 war Schlemmermeyer in eine finanzielle Schieflage geraten.

Für die beiden Schlemmermeyer-Stände am Münchner Viktualienmarkt sowie die Filiale in Augsburg dagegen laufen die Verhandlungen mit potenziellen Interessenten und der Betrieb geht hier vorerst weiter.

In den Filialen, die geschlossen werden sollen, laufe nun der Abverkauf an, hieß es weiter. Von der Schließung sind in Süddeutschland neben dem Geschäft in der Schulstraße in Stuttgart Schlemmermeyer-Filialen in Mannheim, Karlsruhe, Heidelberg und Füssen betroffen.

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