Auf der Schwäbischen Alb gibt es einen mystischen Ort, dessen Fotos euch viele Likes auf Insta bescheren werden - euch trennen nur zwei Stunden mit dem Zug. Der Blautopf in Blaubeuren ist durch sein magisches Blau und Grün ein ganz besonderes Ausflugsziel, das man als Stuttgarter:in mal gesehen haben muss.
Genau genommen ist der Blautopf eine Karstquelle. Karstquellen sind natürliche Stellen, an denen Wasser austritt und gehören zu einem ganzen unterirdischen System. Die Albhochfläche besteht aus klüftigem und durchlässigem Kalkgestein. Die Regenfälle auf der Alb sammeln sich nicht in Flüssen, sondern versickern sofort in den Untergrund. So sind ganze Hölensysteme entstanden. Das Höhlensystem, das zum Blautopf gehört, ist bis heute noch nicht vollständig erforscht.
Das Märchen um die schöne Lau
Zu dem mystischen Ort gehört natürlich auch eine geheimnisvolle Geschichte:
"Zuunterst auf dem Grund des Blautopfs saß ehmals eine Wasserfrau mit langen, fließenden Haaren. Ihr Leib war allenthalben wie eines schönen, natürlichen Weibs, dies eine ausgenommen, dass sie zwischen den Fingern und Zehen eine Schwimmhaut hatte, blühweiß und zärter als ein Blatt vom Mohn..."
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So beginnt "Die Historie von der schönen Lau" von Eduard Mörike, in der die Wassernixe am Blautopf das Lachen wieder lernt. Demnach soll im Blautopf eine Wassernixe leben, die einst die Frau eines Wasserkönigs im Schwarzen Meer gewesen sei. Da sie keine lebenden Kinder gebären konnte, wurde sie in den Blautopf verbannt. Erst wenn sie fünf Mal von Herzen lachen würde, sollte der Fluch von ihr weichen. Ein Stuttgarter Schustergeselle traf die schöne Nixe bei seiner Wanderung um den Blautopf, brachte sie wieder zum Lachen und befreite sie so von ihrem Fluch. Romantisch!
Historische Gebäude rund herum
Heute erinnert eine Denkmal des Bildhauers Fritz von Graevenitz an das Märchen. Die Statue steht direkt neben der historischen Hammerschmiede.
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Die Hammerschmiede gibt es seit 1804 und kann heute besichtigt werden. Auch sonst gibt es rund um den Blautopf einiges zu sehen. So steht in Blaubeuren zum Beisiel ein Kloster aus dem Jahre 1085 und rund um den Topf gibt es viele schöne Wanderwege, die sich mit dem Besuch des Blautopfs verbinden lassen.
Vom Stuttgarter Hauptbahnhof kannst du mit nur einem Umstieg bequem nach Blaubeuren fahren. Dazu nimmst du den Regional-Express in Richtung Lindau-Reutin und steigst in Ulm in den Regional-Express in Richtung Donaueschingen um. Die Verbindung zwischen Ulm und Blaubeueren fährt jede halbe Stunde.
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Von der Haltestelle Blaubeuren sind es dann noch rund 25 Minuten Fußweg bis zum Blautopf (Blautopfstraße 9). Insgesamt dauert die Anreise mit dem öffentlichen Nahverkehr um die zwei Stunden - wer mag, kann den Zwischenstopp in Ulm ausbauen und die mittelalterliche Stadt anschauen.