Instagram-Challenge „Saufbild sonst Kasten“ Immer mehr User posten Suff-Bilder auf Plattform

Von Sina Götz 

Auf Instagram geht derzeit eine Challenge viral, die sich „Saufbild sonst Kasten“ nennt. Immer mehr User posten Bilder von sich, auf denen sie offensichtlich betrunken sind.

Auf Instagram posten derzeit zahlreiche User Bilder mit dem Hashtag „Saufbild sonst Kasten“. (Symbolbild) Foto: dpa/Uwe Anspach
Auf Instagram posten derzeit zahlreiche User Bilder mit dem Hashtag „Saufbild sonst Kasten“. (Symbolbild) Foto: dpa/Uwe Anspach

Stuttgart - Öffnet man derzeit seine Instagram-App, fallen immer häufiger Party-Bilder auf, die von anderen Usern gepostet wurden. Auf der Bilder-Plattform geht derzeit eine Challenge viral, die sich „Saufbild sonst Kasten“ nennt. Dort posten zumeist Jugendliche und junge Erwachsene Bilder von sich, auf denen sie offensichtlich betrunken sind. Anschließend verlinken sie Freunde, die dazu aufgefordert werden auch einen Party-Schnappschuss von sich zu posten. Passiert das nicht, müssen diese einen Kasten Bier ausgeben. „Das Bild erinnert mich einfach an eine gute Zeit“, erklärt Adrian Göller. Auch er hat an der Challenge teilgenommen. Auf dem Bild, welches er gepostet hat, hält er eine Wodkaflasche in der Hand, während er gemeinsam mit einer Freundin die Zunge in die Kamera streckt. Zugegeben, sein Bild ist noch eines der seriösesten.

Tausende Bilder von Betrunkenen kursieren im Netz

Sucht man auf Instagram nach dem Hashtag „Saufbild sonst Kasten“, findet man tausende Bilder von betrunkenen Instagram-Usern. Bei vielen der Schnappschüsse liegen Jugendliche stark alkoholisiert auf dem Boden, oder müssen sich gerade übergeben. Die Stuttgarter Bewerbungstrainerin Doris Deichselberger rät davon ab, solche Bilder von sich im Netz zu veröffentlichen. „Personaler schauen vor der Einstellung eines Bewerbers durchaus ins Internet. Solche Challenges sind dann natürlich nicht zielführend“, erklärt sie. Göller hat kein Problem damit, dass auch sein Chef das Bild sehen könnte. „Meinem Chef ist das egal, der kennt mich ja“, sagt er.

Bilder können auch Jahre später wieder auftauchen

Doch nicht nur beim Eintritt ins Berufsleben, sondern auch im späteren beruflichen Alltag können den jungen Erwachsenen solche Bilder schaden. „Ein weiteres Problem ist, dass Bilder auf Social Media nachweislich nie ganz verschwinden. Solche Bilder können Jahre später wiederauftauchen, wenn es der Jugendliche in der Zwischenzeit in eine höhere berufliche Position geschafft hat“, bemerkt Deichselberger. Dieses Problem kann auch der Rechtsanwalt Ludwig Rentzsch bestätigen, der sich unter anderem auf Internet- und Medienrecht spezialisiert hat. So könne man ein auf Instagram gepostetes Bild zwar löschen lassen, allerdings ergäbe sich oft das Problem „dass sich Inhalte auf Social Media Plattformen gleichwohl sehr schnell verbreiten, da Fotos ja nicht nur verlinkt, sondern auch anderweitig verbreitet, zum Beispiel kopiert, beziehungsweise geteilt werden“. Dass man mal „zu tief ins Glas geschaut hat“, kann passieren, so Karriereplanerin Deichselberger. „Allerdings müsse man dies ja dann nicht unbedingt im Internet festhalten“.

Konsequenzen sind vielen nicht bewusst

Göller hat auf seinem Bild eine Freundin aus Hamburg markiert. Er ist sich sicher, dass sie sich über das Bild freuen wird. Schon einige Zeit hatten die beiden nichts mehr voneinander gehört. „Das Bild erinnert sie bestimmt an die gute Zeit, die wir zusammen hatten“, erzählt er. Allerdings sollte man aufpassen, wenn man Bilder von sich und anderen ins Netz stellt. „Für den Fall, dass ein Dritter das jeweilige Foto auf diesem Wege ohne Einwilligung des Abgebildeten verbreiten sollte, würde eine Verletzung des Rechts des Abgebildeten am eigenen Bild (..) vorliegen“, erklärt der Stuttgarter Rechtsanwalt Rentzsch. Der Betroffene könnte laut Rentzsch dann das Löschen, die Unterlassung und gegebenfalls sogar Schadensersatz verlangen. „Vielen ist oft gar nicht bewusst, welche Konsequenzen solche Bilder haben können“, sagt Deichselberger. Allerdings möchte sie Social Media nicht im Allgemeinen ablehnen. „Wenn man Social Media richtig nutzt, dann kann das durchaus sehr gewinnbringend für einen selbst sein“, erklärt die Expertin. Sie rät dazu, die Accounts auf jeden Fall auf privat zu stellen. Und auch Göller würde die Bilder nicht mit allen teilen. „Auf Instagram habe ich grundsätzlich nur Freunde als Follower“, erklärt er. Und sein Challenge-Bild habe er nur in einer sogenannten „Story“ gepostet, die sich nach 24 Stunden automatisch löscht.