Ed Sheeran wurde bei seinem Stuttgarter Spontankonzert im Juni auf einem Klavier von Piano Hölzle aus Sindelfingen begleitet. Jetzt hat das Instrument eine neue Heimat.

Digital Desk: Annika Mayer (may)

Einmal auf einem Piano spielen, das der Weltstar Ed Sheeran signiert hat – das ist seit Montag in der Sindelfinger Schule für Musik, Theater und Tanz (SMTT) möglich. Denn hier steht nun das Piano, das beim Spontankonzert des Sängers vor der Stuttgarter Oper im Juni zum Einsatz kam. Damals begleitete der Musiker Emilio Piano den Weltstar auf dem Klavier, nach dem Konzert unterzeichneten beide Künstler auf dem Instrument. Gestellt hatte das Klavier Piano Hölzle aus Sindelfingen. Das signierte Piano stand zum Verkauf und hat jetzt seine neue Heimat in der SMTT gefunden.

 

„Das war eine ganz kurzfristige Idee, als ich im Juli am Laden von Piano Hölzle vorbeigelaufen bin“, erklärt Schulleiterin Maria Wunder, wie es dazu gekommen ist, dass das Klavier nun in ihrem Haus steht. „Ich dachte mir, was passiert eigentlich mit dem Ed Sheeran-Klavier?“ Sie habe den Inhaber Wilhelm Hölzle gefragt, welche Möglichkeiten es dafür gibt, dass das Klavier in die SMTT kommt – ob eine Leihgabe denkbar wäre oder man das Klavier erwerben könne. Hölzle habe ihr dann eine Woche später mitgeteilt, dass die Firma das besondere Klavier an die Musikschule verkaufen möchte.

„Super Symbol für unsere Musiker“

Wunder freute sich über die Zusage. „Es ist unglaublich toll, ein Instrument zu haben, bei dem man weiß, dass Emilio Piano darauf gespielt und mit Ed Sheeran gejammt hat. Das ist ein super Symbol für unsere Musiker“, schildert sie, warum das signierte Klavier so besonders für die Musikschule ist.

Sonja Hölzle (links) und Maria Wunder. Foto: Stefanie Schlecht

Bei Piano Hölzle ist man ebenfalls glücklich über den Verkauf. Auch Privatpersonen seien an dem Klavier des baden-württembergischen Herstellers Sauter interessiert gewesen, sagt Sonja Hölzle. Sie war damals bei dem Spontankonzert von Ed Sheeran dabei und konnte sogar ein Selfie mit dem Weltstar ergattern. „Da es relativ schnell zur Sprache kam, dass die Musikschule daran Interesse hat und uns die Idee zugesagt hat, haben wir diesen Weg eingeschlagen.“ Es sei optimal, dass das Klavier in der Stadt bleibt, die Musikschule sei der richtige Ort dafür, so Hölzle. „In der Schule ist es für die Öffentlichkeit zugänglich und vielleicht sind die Musiker ein Idol für die Schüler und das motiviert sie.“

Wie viel das Klavier letztendlich gekostet hat, wollen Sonja Hölzle und Maria Wunder nicht verraten. Nur so viel: Das Instrument sei nicht teurer gewesen, nur weil eine Unterschrift darauf steht, sagt Wunder.

So wird das Piano genutzt

Sie geht davon aus, dass das besondere Klavier eine Wirkung auf die Schülerinnen und Schüler haben kann, „dass es eine Motivation für sie ist, zu sehen, das was die können, können wir vielleicht auch – gemeinsam Musik machen“, erläutert sie. Das Klavier steht im Foyer der SMTT, bald soll es noch mit einer Plexiglas-Scheibe versehen werden, um die Unterschrift zu schützen. Auf der Treppe neben dem Klavier gibt es eine Stelle, die sich gut für Selfies mit dem Instrument eignet. Das soll mit einem Aufkleber auf dem Boden verdeutlicht werden, erzählt Maria Wunder.

Die Unterschriften von Ed Sheeran und Emilio Piano auf dem Klavier. Foto: Stefanie Schlecht

Wie soll das Piano in der Musikschule genutzt werden? Musizieren kann auf dem Klavier jeder, solange eine Lehrkraft dabei ist oder sagt, dass man darauf spielen darf. Eine Schülerin habe direkt am Tag, an dem das Klavier in der Schule angekommen war, darauf gespielt, erzählt Wunder. Das Piano hat Rollen und soll als Wanderklavier dienen, das man überall hinbewegen kann. „Wir wollen damit den Jazz-Pop-Bereich ein bisschen pushen“, so die Schulleiterin. Mit dem Instrument sollen etwa kleine Jamsessions im Haus abgehalten werden. Im Pop-Bereich der Musikschule gebe es außerdem die Idee, einen Ed Sheeran-Abend zu veranstalten. Maria Wunder ist stolz darauf, dass das Klavier in der SMTT steht. „Es ist auch einfach super, dass es in Sindelfingen bleibt.“