Intensivstationen im Südwesten überlastet Nachbarländer nehmen Covid-Kranke

Die Frage der Transportkosten wird noch geprüft Foto: dpa/dpa-Zentralbild/Waltraud Grubitzsch

Weil die Intensivstationen in Baden-Württemberg überlastet sind, finden die ersten Verlegungen von Covid-Patienten nach Rheinland-Pfalz, Hessen und ins Saarland statt.

Stuttgart - Mit 636 Covid-19-Patienten sind derzeit 28,3 Prozent der Intensivbetten in Baden-Württemberg mit schwer an Corona erkrankten Menschen belegt. Erstmals hat nun das bei Überlastungen greifende „Kleeblattkonzept“ gegriffen, wonach Covid-19-Intensivpatienten in weniger stark betroffene Bundesländer verlegt werden können. Dabei ist Deutschland in vier Regionen (Kleeblatt) aufgeteilt. Laut einem Sprecher des Sozialministeriums sind letzte Woche vier Patienten nach Rheinland-Pfalz und zwei ins Saarland verlegt worden. In dieser Woche waren es erneut drei nach Rheinland-Pfalz, zwei ins Saarland und ein Patient nach Hessen. Diese drei Länder bilden mit Baden-Württemberg das „Kleeblatt Südwest“.

 

Möglich ist die Verlegung ins Ausland

„Zur detaillierten Kostenübernahme einer Verlegung finden derzeit Gespräche statt“, sagte der Sprecher. Gesteuert wird die länderübergreifende Verlegung im Kleeblatt Südwest von einer Kontaktstelle in Mainz, die freie Intensivbetten erhebt und vermittelt: Zielkliniken werden nach dem Patientenzustand und freien Kapazitäten ausgewählt. Verlegungen ins Ausland laufen derzeit nicht, sie sind laut Staatsministerium in Zukunft aber nicht ausgeschlossen. „Es gibt die Bereitschaft zur Aufnahme von Covid-Patienten von Frankreich, der Schweiz und dem Partner der ‚Vier Motoren‘, der Lombardei“, so Regierungssprecher Arne Braun. Noch habe man die Angebote nicht annehmen müssen, dank des Kleeblatts Südwest.

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